Zwischen Traum und Wirklichkeit: Der Immobilienmarkt in der Schweiz

In die Schweiz auswandern

Zwischen Traum und Wirklichkeit: Der Immobilienmarkt in der Schweiz

Warum ist das Eigenheim in der Schweiz für viele nur ein Traum? Was macht den Immobilienmarkt hier so besonders? Dieser Beitrag wird sich mit der Faszination und der Realität des Schweizer Immobilienmarktes auseinandersetzen, um ein klares Bild der aktuellen Lage zu bieten.

Immobilienmarkt: Historischer Rückblick

In den letzten Jahrzehnten hat der schweizerische Immobilienmarkt eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Angefangen in den 1980er Jahren, als der Markt durch einen rapiden Anstieg der Immobilienpreise gekennzeichnet war. 1989 kam dann die Trendwende.

1980er Jahre

Die Schweizerische Nationalbank erhöht 1989 den Diskontsatz von 3,5 auf 6,0 %. Der Bundesrat will Spekulationen eindämmen und erlässt eine fünfjährige Sperrfrist für Baulandsveräusserungen sowie weitere Massnahmen. Die Zinssätze für Hypotheken steigen von rund 5 auf 8 %. Die Bautätigkeiten, die 1989 14 % vom BIP ausmachten, lassen nach und führen zu einer Rezession, da auch andere Wirtschaftsbereiche abflauen.

1990er Jahre

Durch das Platzen der Immobilienblase halbiert sich im Laufe der 1990er Jahre der Wert von Renditeliegenschaften. Erst gegen Ende der 1990er Jahre beginnen die Preise wieder nachhaltig zu steigen.

2000 bis heute

Ab etwa den 2000er Jahren betrachtet hat das anhaltende Wachstum der Schweizer Wirtschaft, gekoppelt mit niedrigen Zinsen, zu einer verstärkten Nachfrage nach Immobilien geführt. Insbesondere die Finanz- und Bankensektoren (z.B. Pensionskassen) haben stark in Liegenschaften investiert.

Immobilienmarkt Stadt vs. Land

In den städtischen Zentren wie Zürich, Genf oder Basel sind die Immobilienpreise in der Regel höher. Dies spiegelt die hohe Nachfrage, das begrenzte Angebot und den urbanen Lebensstil mit all seinen Annehmlichkeiten wider.

Auf dem Land hingegen können Käufer oft mehr Wohnfläche und Grundstück für ihr Geld bekommen. Hier steht das Raumangebot und die Nähe zur Natur im Vordergrund, was jedoch oft mit längeren Pendelzeiten einhergeht.

Kostenloses Konto für Deutsche Auswanderer in der Schweiz Gutschein AWLZAK Zak Erfahrungsbericht

Kostenloses Konto für Deutsche Auswanderer in der Schweiz Gutschein AWLZAK Zak Erfahrungsbericht

Die Preise für Immobilien sind im Allgemeinen sehr hoch. Ein Einfamilienhaus für 1 Millionen Franken kann daher in vielen Regionen schon als Schnäppchen angesehen werden. Zum Vergleich: Rund um die Stadt Zürich zahlt man eher das 2- bis 2,5-fache. Wer günstig zu einem EFH kommen möchte, ist daher fast dazu gezwungen in ländlichen Gebieten zu suchen.

Infrastruktur und Verkehrsanbindung

Eine gute Verkehrsanbindung und Infrastruktur erhöhen oft signifikant den Wert einer Immobilie. Dies gilt sowohl für städtische Gebiete, die durch ein dichtes Netz von öffentlichen Verkehrsmitteln gekennzeichnet sind, als auch für ländliche Regionen, die von gut ausgebauten Strassen und regionalen Bahnverbindungen profitieren.

Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Einrichtungen und Freizeitangebote sind weitere Faktoren, die den Wert und die Attraktivität eines Standortes bestimmen. In städtischen Gebieten sind diese meist in hoher Dichte vorhanden, während sie in ländlichen Regionen verteilter sein können.

Ebenfalls beeinflussen die Steuerfüsse des Kantons und/oder der Gemeinde den Preis einer Immobilie. Grundsätzlich kann man sagen, dass in steuergünstigen Gebieten die Preise für Häuser und Wohnungen höher sind.

Die Wahl des Wohnorts sollte meiner Meinung nach weit über den reinen Kaufpreis hinausgehen. Sowohl finanzielle als auch lebensstilbezogene Faktoren sollten berücksichtigt werden. Die richtige Balance zwischen Preis, Annehmlichkeiten und Lebensqualität zu finden, ist eine der zentralen Herausforderungen beim Immobilienkauf.

Immobilie in der Schweiz finanzieren

Es ist zwingend erforderlich, mindestens 20 % Eigenkapital zu besitzen, wovon bis zur Hälfte aus der Pensionskasse stammen darf. Guthaben aus der Säule 3a kann ebenfalls als Eigenkapital verwendet werden. Zudem sollte der Käufer in der Lage sein, sich die Immobilie selbst dann leisten zu können, wenn die Zinsen auf 5 % ansteigen. Bei diesem Zinsniveau dürfen die Zinszahlungen maximal ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen. Diese Regelungen haben zweifellos die Immobiliennachfrage reduziert und zu einem gedämpften Preisanstieg beigetragen.

Beispiel:

Familie Müller möchte ein Einfamilienhaus für 1,2 Millionen Franken (Gesamtkosten) erwerben. Zusammen verfügen sie über ein Jahreseinkommen von 150’000 Franken brutto. Um die Tragbarkeit zu gewährleisten reichen 20 % Eigenkapital allerdings nicht aus. 

Zwei Möglichkeiten hat Familie Müller, um die Hypothek für die Immobilie erhalten zu können:

  • Jahreseinkommen auf mindestens 191’700 Franken erhöhen 
  • Eigenkapital auf 365’000 Franken erhöhen
Quelle: ZKB
Quelle: ZKB

Weitere Kosten und Gebühren

Neben dem eigentlichen Kaufpreis können beim Erwerb einer Immobilie zahlreiche zusätzliche Kosten anfallen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Notargebühren
  • Grundbuchgebühren
  • Maklerprovisionen
  • weitere administrative Kosten

Fazit zum Immobilienmarkt

Der Immobilienmarkt in der Schweiz ist geprägt von hohen Kosten, insbesondere in städtischen Zentren, was den Traum vom Eigenheim für viele unerreichbar macht. Trotz der Attraktivität von städtischen Annehmlichkeiten und guter Infrastruktur müssen potenzielle Käufer sorgfältig überlegen, ob sich die hohen Preise lohnen. Die strengen Finanzierungsrichtlinien erschweren zusätzlich den Erwerb. Daher bleibt das Eigenheim wohl für viele in der Schweiz ein unerfüllter Traum.

Christian der Auswanderluchs

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.