Wohnungsunterschiede Deutschland – Schweiz

Wie du eine Wohnung in der Schweiz finden kannst, habe ich dir im vorherigen Beitrag gezeigt. Jetzt geht es darum, dir die wichtigsten Unterschiede zwischen einer deutschen und einer schweizerischen Wohnung zu zeigen.
Schweizer Steckdosen
In der Schweiz werden andere Steckdosen verwendet als in Deutschland. Die schmalen Eurostecker, die wir beispielsweise von Handy-Ladekabeln her kennen, können ohne Adapter verwendet werden. Für Schuko- und Konturenstecker wird jedoch ein Adapter benötigt, um die Geräte mit einer Schweizer Steckdose verbinden zu können.
Eine Besonderheit, die ich in der Schweiz kennengelernt habe, ist die schaltbare Steckdose. Diese eignet sich besonders für Stehlampen. Per zentralem Schalter (neben den regulären Schaltern für die Deckenlampen) kann diese dann betätigt werden.
Info: Strom ist viel günstiger als in Deutschland. Eine kWh kostet in der Schweiz rund 0.20 Franken und damit etwa ein Drittel weniger als in Deutschland.

Endreinigung bei Wohnungen in der Schweiz
Während in Deutschland die Wohnungen meistens nur «besenrein» übergeben werden, wird in der Schweiz die Wohnung kurz vor Übergabe vom ausziehenden Mieter (oder einem vom Mieter bezahlten Reinigungsunternehmen) komplett gereinigt. Penibel wird darauf geachtet, dass jede Ecke so sauber ist wie am ersten Tag. Reinigungen hinter dem Kühlschrank oder innerhalb der Dunstabzugshaube fallen mir da als Beispiele ein, um das zu verdeutlichen.
Tipp: Die Reinigung von einem professionellen Unternehmen, das eine Abnahmegarantie anbietet (Nachreinigung, falls der Vermieter nicht mit dem Reinigungsergebnis zufrieden sein sollte), durchführen lassen. Das spart Zeit und Nerven.
Parkplatz
Wenn du in den Ballungszentren der Schweiz eine Wohnung suchst, solltest du auf die Parkplatzverhältnisse achten; für dein eigenes Auto, aber auch für mögliche Besuche von Freunden oder Verwandten aus Deutschland. Parkieren an der Strasse ist hier oft nicht möglich bzw. nicht erlaubt. Sollte man sein Auto trotz Verbot abstellen, wird es teuer. Mit 40.- bis 50.- Franken pro Tag muss man rechnen. Kontrolliert wird sehr regelmässig.
Tipp: Wer nur sporadisch ein Auto benötigt, ist mit Mobility – dem grössten Carsharing-Anbieter der Schweiz – gut beraten. Tensha hat das in den letzten Jahren genutzt und konnte so auf ein eigenes Auto verzichten und nebenbei noch viel Geld sparen. Hier geht es zum Beitrag über Mobility.

Auf eine gute Verkehrsanbindung achten
Ich bin, seitdem ich in der Schweiz lebe, zu einem öV-Fan geworden! Sauber, ordentlich (ausser am Wochenende, wenn die Partygänger unterwegs sind) und vor allem pünktlich sind die Züge, S-Bahnen, Trams und Busse in der Schweiz. Eine gute Anbindung deiner neuen Wohnung an das öV-Netz ist daher ein grosser Vorteil.
Tipp: Mit dem Halbtax-Abonnement fährst du in der Schweiz für die Hälfte des regulären Preises. Schon ab wenigen Fahrten pro Jahr rechnet sich diese Schweizer Version der deutschen Bahncard. Hier der Link zum Blogbeitrag über das Halbtax.
Storen anstatt Rollläden
Besonders in Neubauten – aber nicht nur – findet man Aussenstoren an den Fenstern von Schweizer Wohnungen. Diese sehen schöner aus, als die in Deutschland häufig verwendeten Rollläden und lassen sich zudem schräg stellen, sodass man die Sonneneinstrahlung regulieren kann.
Nachteilig sind die Storen für Schichtarbeiter bzw. Personen, die tagsüber schlafen wollen und ein komplett dunkles Zimmer benötigen. Denn ein bisschen Licht scheint immer durch diese Storen. Lösen kann man das Problem mit einem zusätzlichen, speziell verdunkelnden Nachtvorhang. Nachtvorhänge kann man praktisch in jedem Baumarkt oder Einrichtungsmarkt kaufen.
Minergie mit Raumlüftung
Minergie ist so etwas Ähnliches wie der Passivhausstandard in Deutschland und geht häufig einher mit einer Raumlüftung, die für frische Luft sorgt. Ich empfinde das als sehr komfortabel. Lüften brauchen wir in unserer Wohnung mit Minergie nicht mehr.
Wandputz anstatt Tapete
Tapezierte Wände sieht man in der Schweiz so gut wie nie. In der Regel sind die Wände mit einem mehr oder weniger strukturierten Putz versehen, der weiss gestrichen ist. Mir gefällt das sowohl aus praktischen als auch ästhetischen Gründen. Tapezieren war nie meine Sache und die Kosten für einen Handwerker spare ich mir mit dem Putz ebenfalls.
Parkett recht häufig
Parkett scheint in der Schweiz häufig in Wohnungen verlegt zu sein. Der Boden ist angenehm warm – vor allem in Verbindung mit einer Fussbodenheizung – und fühlt sich gut an. Richtiges Holz ist halt schon etwas anderes als Laminat. Der grosse Nachteil von Parkett ist jedoch dessen Empfindlichkeit. Unsere Esszimmerstühle sind zwar mit Filzgleitern ausgestattet. Diese nutzen sich jedoch in wenigen Wochen ab, sodass das Parkett darunter leidet. Anfällig ist das Parkett zudem gegen Flüssigkeiten, die in das Holz eindringen können und unschöne Flecken zur Folge haben.
Versteh mich nicht falsch: Ich finde das Parkett toll, man muss halt nur sorgfältig damit umgehen und auch umgehen wollen. Für Familien mit kleinen Kindern kann das eine Herausforderung sein :D. Wobei böse Zungen behaupten, in unserem Fall sei eher der Vater das grössere Problem für den Parkett als das Kind… 😉
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