Wegzugsbesteuerung für die Mittelschicht: Deutschland macht Auswandern unattraktiver 🇩🇪🤔

Im neuen Entwurf des Jahressteuergesetzes wird eine Änderung eingeführt, die das Auswandern aus Deutschland unattraktiver machen würde. Die sogenannte Wegzugsbesteuerung, die ursprünglich eher für Reiche und Unternehmer gedacht war, würde – falls sie so umgesetzt wird – nun auch Bürger der Mittelschicht betreffen.
Wegzugsbesteuerung für Deutsche
Zukünftig sollen Personen, die aus Deutschland auswandern und in einem einzigen Fonds (darunter zählen auch ETFs) 500’000 Euro oder mehr angelegt haben, Steuern zahlen. Die Steuern werden auf die in diesem Fonds erzielten Gewinne fällig, unabhängig davon, ob der Fonds verkauft oder behalten wird.
500’000 Euro klingt vielleicht für manchen nach viel Geld für eine Person aus der Mittelschicht. Wenn sich jemand jedoch beispielsweise bewusst gegen eine Immobilie entschieden hat und stattdessen langfristig einen ETF besparte, ist es nicht unwahrscheinlich, dass dieser Betrag erreicht wird.
Wenn wir nur an die vielen Selbständigen in Deutschland denken, die nicht in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen, sondern sich selbst um ihre Altersvorsorge kümmern müssen. Auch diese Personen haben oft ein grosses Vermögen im Laufe ihres Lebens erwirtschaftet.
Aktueller Stand des Gesetzes
Die Verschärfung des Gesetzes ist noch nicht endgültig beschlossen. Der Bundestag hat zwar zugestimmt, aber auch der Bundesrat muss seine Zustimmung geben. Da die Änderung jedoch vom Bundesrat vorgeschlagen wurde, ist es wahrscheinlich, dass dieser auch grünes Licht geben wird. Betreffen würde die Neuregelung Personen, die nach 31. Dezember 2024 auswandern.
Wegzugsbesteuerung umgehen
Um die Wegzugsbesteuerung in diesem Fall zu umgehen, könnten Sparer ihre Investitionen beispielsweise auf mehrere Fonds verteilen oder stattdessen auf Einzelaktien setzen. Einzelaktien sind grundsätzlich nicht von der Wegzugsbesteuerung betroffen, was für Auswanderer eine sinnvolle Alternative sein könnte.
Ein vollkommen falsches Zeichen
Diese Verschärfung der Wegzugsbesteuerung ist meiner Meinung nach ein völlig falsches Signal. Es zeigt, wie ungeschickt die Regierung in Deutschland agiert. Einmal mehr geht es der Mittelschicht an den Kragen. Als würde es nicht reichen, dass die Mittelschicht generell immer mehr geschröpft wird, nun wird auch noch beim Wegzug die hohle Hand gemacht, was fast schon ein Hohn ist.
Die Politiker sollten lieber wieder Politik für die Bürger machen. Schliesslich hat Deutschland kein Einnahme- sondern ein Ausgabeproblem. Steuern und Abgaben sollten gesenkt werden. Dadurch würde Deutschland attraktiver werden und die Zahl der deutschen Auswanderer würde sich verringern. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass vermehrt Deutsche aus dem Ausland in ihre Heimat zurückkehren würden. War es doch zu Zeiten der liberalen Reformen (Agenda 2010) Anfang der 2000er Jahre auch schon so.
- 7 Finanzgewohnheiten, die dich langfristig reich machen - 13. Dezember 2025
- Die Nachteile der Schweiz 2025 🇨🇭😳 | Auswandern - 24. November 2025
- 6 Dinge, die Deutsche über die Schweiz wissen sollten 🇨🇭🇩🇪 - 14. November 2025











