So wenig Steuern und Abgaben zahlen Schweizer im Vergleich zu Deutschen

In die Schweiz auswandern

So wenig Steuern und Abgaben zahlen Schweizer im Vergleich zu Deutschen

In der Schweiz wird Arbeit deutlich geringer durch Steuern und Abgaben belastet als in Deutschland. Beim Vermögen sieht es jedoch etwas anders aus. Doch welches System ist vorteilhafter? In diesem Blogbeitrag werfen wir einen genaueren Blick auf die Unterschiede.

Einkommensteuer: Grosse Unterschiede

In der Schweiz legen der Bund, der Kanton (vergleichbar mit einem Bundesland in Deutschland) und die Gemeinde jeweils eigene Steuersätze fest. Die Einkommenssteuer setzt sich also aus der Bundessteuer, der Staatssteuer und der Gemeindesteuer zusammen. 

In Deutschland dagegen ist die Einkommensteuer bundesweit einheitlich geregelt.

Insgesamt betrachtet sind die Einkommensteuer in der Schweiz deutlich niedriger als in Deutschland. Die Spitzensteuersätze (2022) betragen im Mittel der Kantonshauptorte 33,6 % und beginnen in der Regel ab einem steuerbaren Einkommen von 200’000 bis 250’000 Franken.

In Deutschland liegt der Spitzensteuersatz bei 42 % und beginnt bereits ab 68’430 Euro steuerbarem Einkommen. Darüber hinaus gibt es noch den Höchststeuersatz in Höhe von 45 %. Die Schwelle dafür liegt bei 277’825 Euro steuerbarem Einkommen.

Sozialabgaben: Deutlich geringer in der Schweiz

In der Schweiz sind nicht nur die Steuern niedriger, sondern auch die Sozialabgaben. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede in der Art und Struktur dieser Abgaben.

Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und der Schweiz

  • In beiden Ländern gibt es eine Arbeitslosenversicherung.
  • Beide Länder haben eine staatliche Rentenversicherung, die durch Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert wird. In der Schweiz ist das die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), in Deutschland die gesetzliche Rentenversicherung.

Unterschiede

Unfallversicherung

  • In Deutschland wird die Unfallversicherung vollständig vom Arbeitgeber getragen, deckt aber nur Arbeits- und Wegunfälle ab.
  • In der Schweiz greift die Unfallversicherung auch in der Freizeit, sofern der Arbeitnehmer mehr als acht Stunden pro Woche arbeitet. Der Beitrag kann vom Bruttolohn abgezogen werden.

Pflegeversicherung

  • In Deutschland gibt es eine gesetzliche Pflegeversicherung, die direkt vom Lohn abgezogen wird.
  • In der Schweiz existiert keine solche Pflichtversicherung. Pflegekosten können jedoch teilweise über die Krankenkasse abgedeckt werden.

Krankenversicherung

  • In Deutschland ist die Krankenversicherung für die Mehrheit der Bevölkerung eine gesetzliche Pflichtversicherung, deren Beitrag einkommensabhängig ist.
  • In der Schweiz ist die Krankenversicherung privat organisiert, die Beiträge sind unabhängig vom Einkommen. Jeder Versicherte zahlt eine individuelle Prämie.

Pensionskasse (berufliche Vorsorge)

  • In der Schweiz wird zusätzlich zur AHV ein Teil des Bruttolohns in eine Pensionskasse einbezahlt. Dies ist ein kapitalgedecktes System, bei dem sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber einzahlen. Die eingezahlten Beträge werden investiert und später als Rente und/oder Kapital ausgezahlt.
  • In Deutschland haben hingegen nur wenige Arbeitnehmer eine betriebliche Altersvorsorge.

Krankentagegeldversicherung

In der Regel haben Arbeitnehmer in der Schweiz eine Krankentagegeldversicherung, die je nach Arbeitgeber entweder selbst bezahlt (als Beitrag, der vom Bruttolohn abgeht) oder vom AG übernommen wird.

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Vermögenssteuer, Kapitalertragssteuer etc.

Während Deutschland die klassische Vermögenssteuer 1996 ausgesetzt hat, existiert sie in der Schweiz weiterhin. Sie wird kantonal unterschiedlich erhoben, bewegt sich jedoch meist in einem sehr niedrigen Bereich – oft unter einem Promille.

Kapitalertragssteuer

  • In Deutschland unterliegen Kapitalerträge der Abgeltungssteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag für Besserverdiener und gegebenenfalls Kirchensteuer.
  • In der Schweiz gibt es keine spezielle Abgeltungssteuer. Kapitalerträge werden grundsätzlich wie das Einkommen besteuert.

Für Privatanleger, die in Aktien investieren, bietet die Schweiz einen entscheidenden Vorteil: Kursgewinne sind für Privatpersonen in der Regel steuerfrei.

Erbschafts- und Schenkungssteuer

Auch die Erbschaftssteuer ist in der Schweiz anders geregelt. Sie ist grundsätzlich Sache der Kantone. Ehepartner zahlen in der ganzen Schweiz keine Erbschaftssteuer.

Die meisten Kantone – 21 von 26 – befreien zudem direkte Nachkommen (Kinder, Enkel) von der Erbschaftssteuer. Im Kanton Schwyz gibt es überhaupt keine Erbschaftssteuer.

Fazit – Mehr Netto in der Schweiz

In der Schweiz bleibt mehr Netto vom Brutto als in Deutschland. Allerdings geht dies mit einer grösseren Eigenverantwortung einher. Kosten für Kinderbetreuung oder Zahnarztbehandlungen müssen oft selbst getragen werden, was insbesondere für Familien ins Gewicht fällt.

Ein langfristiger Vergleich zeigt jedoch: Schweizer Haushalte haben im Durchschnitt ein deutlich höheres Vermögen als deutsche. Die niedrigeren Steuern und Abgaben machen die hohen Ausgaben in bestimmten Lebensphasen, wie etwa mit kleinen Kindern, mehr als wett. Die Einwohner haben dadurch mehr Geld zur freien Verfügung, was sich im höheren Wohlstand zeigt.

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Christian der Auswanderluchs

 

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