So gewinnst du als Deutsche/r die Herzen der Schweizer ❤️🇨🇭

In der Schweiz wird Wert auf Begrüssung und Verabschiedung gelegt
Ein „Hallo“ zur Begrüssung oder ein „Tschüss“ zur Verabschiedung wird auch in der Schweiz immer häufiger verwendet. Allerdings kommt das hier nicht bei allen gut an. Gerade ältere Schweizer in ländlichen Gebieten könnte das irritieren. Wenn du mit jemandem per Sie bist und auf Nummer sicher gehen willst, sagst du im Raum Zürich „Grüezi“ zur Begrüssung und „Adieu“ oder „Ade“ zur Verabschiedung.
Gastgeschenke für Schweizer
In der Schweiz ist es üblich, ein Gastgeschenk mitzubringen. Natürlich ist das nicht bei jedem kleinen Besuch üblich. Hiermit meine ich vielmehr eine Einladung zum Grillieren[1] oder zu einem Znacht[2]. Beliebte Gastgeschenke sind eine gute Flasche Wein, Pralinen oder Blumen für die Gastgeberin. Ebenfalls gern gesehen sind regionale Spezialitäten.
Zum Beispiel haben wir letzthin eine Engadiner Nusstorte von unseren Gästen geschenkt bekommen. Sie waren im Engadin in den Ferien und haben diese von dort mitgebracht. Mein Schwiegervater und andere Schweizer Bierliebhaber freuen sich immer sehr über deutsches Bier. Jedes Mal, wenn ich in Deutschland bin, decke ich mich für solche Zwecke mit deutschem Bier ein (die Einfuhr ist bis 5 Liter pro Person zollfrei ;)).
In der Schweiz besonders höflich und freundlich sein
„Danke“ und „bitte“ verwenden wir in Deutschland natürlich auch, wir sind ja keine Barbaren. Allerdings wird dir in der Schweiz auffallen, dass diese Begriffe hier deutlich häufiger und intensiver verwendet werden. Schweizerinnen und Schweizer legen eine für deutsche Verhältnisse sehr freundliche und sehr höfliche Art an den Tag und erwarten das auch von den deutschen Einwanderern.
Zuvorkommend sein im Schweizer Strassenverkehr
Die meisten Schweizerinnen und Schweizer achten sehr darauf, zuvorkommend mit ihren Mitmenschen umzugehen, so auch im öffentlichen Verkehr. Öffnen sich die Türen der Bahn, des Trams oder des Busses, wird zuerst gewartet bis alle Personen ausgestiegen sind. Gleichzeitiges Ein- und Aussteigen, wie ich es leider aus Deutschland kenne, kommt hier gar nicht gut an.
Auch auf der Strasse gibt es eine Besonderheit: In der Regel bedankt sich der Fussgänger beim überschreiten des Fussgängerstreifens bei der anhaltenden Autofahrerin, indem die Hand zum Gruss gehoben wird. Das macht übrigens schon unser dreijähriger Gremlin – und ist immer bodenlos enttäuscht, wenn man ihr nicht zurückwinkt. Das wird hingegen – abgesehen vom Gremlin – auch von niemandem erwartet.
Sprachunterschiede in der Schweiz
Schweizerdeutsche Dialekte klingen in manchen deutschen Ohren lustig. Vermutlich wegen der vielen Verniedlichungen. Ich gebe zu, auch ich finde mache Begriffe lustig und kann mir manchmal ein Grinsen nur schwer verkneifen. Schweizer/innen darauf anzusprechen – auch wenn es freundlich gemeint ist – kann ordentlich in die Hose gehen.
Wenn man die Person jedoch schon besser kennt und ein gewisses Vertrauensverhältnis da ist, geht das natürlich schon. Tensha beispielsweise interessiert sich sehr für Sprache und liebt es, über sprachliche Unterschiede zu diskutieren. Was sie allerdings nicht mag, ist, wenn man den Einstieg ins Gespräch mit „Schweizerdeutsch ist sooo süss“ beginnt…! 😉
Den Schweizer auch zu Wort kommen lassen 😉
Schweizer/innen treten tendenziell zurückhaltend bzw. nicht so forsch auf, wie wir das aus Deutschland kennen. Das führt nicht selten dazu, dass Schweizer/innen im Gespräch mit Deutschen deutlich weniger, manchmal kaum zu Wort kommen. Schweizer/innen warten gerne höflich ab, bis sie gefragt werden oder zumindest eine kurze Pause entsteht, in welcher sie sich einbringen können. Also daran denken: Nicht ohne Punkt und Komma darauflos plaudern, sondern auch mal das Gegenüber nach seiner Meinung oder seinem Wochenende fragen.
Die deutsche Direktheit zügeln
In der Schweiz wird nicht so direkt kommuniziert wie in Deutschland; man spricht gerne sanft und zwischen den Zeilen, selbst dann, wenn Kritik geübt oder Unzufriedenheit ausgedrückt wird. Am Arbeitsplatz werden bspw. Fehlverhalten lieber nett thematisiert und vorsichtig umschrieben, anstatt direkt angesprochen oder gar offen kritisiert. Hier ein Beispiel:

Den perfekten Einstand in der Schweiz geben
Möchtest du bei deinen neuen Abreitskolleginnen und -kollegen einen guten ersten Eindruck erzeugen, kannst du zum Einstand eine Runde Gipfeli (Crossaints) und Kaffee zum Znüni (9 Uhr Frühstück) spendieren („ich lad‘ eu hüt zum Kafi i!“).
Auch deinen neuen Nachbarn kannst du eine Freude bereiten und dich gleichsam mit ihnen bekannt machen. Über eine Einladung zum nachbarschaftlichen Apéro wird man sich freuen. Gereicht werden hier kleine Häppchen und Snacks. Gerne wird Weisswein oder Prosecco angeboten. An eine bestimmte Tageszeit ist der Apéro nicht wirklich gebunden. Auch wenn der Apéro traditionell abends stattfindet, kann man ihn auch mittags oder nachmittags ausrichten.
Bonustipp für den Kanton St. Gallen 😉
Das absolute no-go im Kanton St. Gallen besteht darin, Senf zur St. Galler Bratwurst zu essen oder auch nur schon danach zu verlangen. Die St. Galler Bratwurst hat den Status einer regionalen Spezialität und gilt mit ihrem feinen Aroma als Delikatesse unter den Bratwürsten in der Schweiz. Gerade wegen diesem feinen Geschmack sehen es die Einheimischen nicht gerne, wenn die Wurst in Senf oder andere Saucen getunkt wird.
[1] Grillen
[2] Abendessen
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