Paradox: Kaum Sozialleistungen in der reichen Schweiz 🇨🇭🤔

In die Schweiz auswandern

Paradox: Kaum Sozialleistungen in der reichen Schweiz 🇨🇭🤔

Fehlender Kündigungsschutz, kein gesetzlicher Mindestlohn, kein Elterngeld. Das System in der Schweiz wird oft als kapitalistisch und daher unsozial bezeichnet. In anderen europäischen Ländern wären die Systeme deutlich bürgerfreundlicher und daher fortschrittlicher, behaupten Kritiker. In diesem Blogbeitrag untersuchen wir, wie die Schweizer mit hohen Lebenshaltungskosten und geringer sozialer Unterstützung dennoch eine der höchsten Lebensqualitäten in Europa erzielen.

Kein gesetzlicher Mindestlohn und geringe Gewerkschaftsmacht

In der Schweiz spielen Gewerkschaften im Vergleich zu Deutschland praktisch keine Rolle. Einen landesweiten gesetzlichen Mindestlohn gibt es nicht. Lediglich fünf Kantone, von denen nur einer sich in der Deutschschweiz befindet (Basel-Stadt), haben einen Mindestlohn festgelegt.

Dieses Fehlen eines Mindestlohnes sollte typischerweise zu niedrigen Löhnen und schlechteren Arbeitsbedingungen führen, würde mein altes Ich von 2014 und früher sagen. Die Statistiken zeigen jedoch, dass der Medianlohn bei beeindruckenden 6‘788 Schweizer Franken und damit bei ungefähr dem doppelten des deutschen Medianlohns liegt. Insgesamt können sich die Schweizer über ihre hohen Einkommen freuen, die auch unter Berücksichtigung der Kaufkraft deutlich über dem der Nachbarländer – ausgenommen Liechtenstein – liegen.

Hohe Kosten für Gesundheitswesen und Kinderbetreuung

Die Kosten für medizinische Versorgung und Kinderbetreuung sind in der Schweiz hoch. So muss etwa trotz Krankenkassenbeitrag eine Selbstbeteiligung bei ärztlichen Behandlungen bezahlt werden. Zahnarztbesuche werden privat bezahlt. Die Kinderbetreuungskosten können je nach Kanton und Gemeinde schon mal 2‘500 Euro pro Monat und Kind betragen.

Elterngeld in der Schweiz

Es gibt zwar einen Mutterschutz samt dazugehöriger Zeit, in der die Mutter nicht arbeiten muss, aber dennoch bezahlt wird, und einen Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen. Ein Elterngeld wie in Deutschland, bei dem ein Elternteil in der Regel das erste Jahr mit dem Kind zuhause bleibt und vom Staat bezahlt wird, gibt es hier nicht.

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Eine beeindruckende Sparquote

Trotz der hohen Lebenshaltungskosten und der fehlenden sozialen Absicherungen weist die Schweiz mit 19 % die höchste Sparquote Europas auf. Dies zeigt, dass die Bürger nicht nur in der Lage sind, ihre hohen Lebenskosten zu decken, sondern auch langfristig sparen können. Das mittlere Vermögen pro erwachsene Person beträgt stolze 168’084 US-Dollar und ist damit etwa dreimal so hoch wie das in Deutschland.

Resümee zum System in der Schweiz

Das Fehlen von sozialen Unterstützungen, die in anderen Ländern Standard sind, sowie die hohen Kosten der Gesundheitsversorgung und der Kinderbetreuung mögen manchen als Nachteil erscheinen. Die Zahlen zeigen jedoch, dass es den Schweizern finanziell ausserordentlich gut geht. Und dies nicht trotz, sondern wegen des freiheitlichen Systems.

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Christian der Auswanderluchs

 

One Response

  1. B
    Bettina Kost sagt:

    Danke für die Einblicke hinter die Kulissen! Ich strebe nicht nach enorm viel Geld, darum geht es mir nicht. Aber ich war bisher (12 Jahre lang) Teilerwerbsrentner im Osten und habe ein Kind, welches jetzt eingeschult wird und komme einfach nicht vom Fleck. Beruflich habe ich jetzt die Möglichkeit in der Schweiz arbeiten zu können (darf dabei sogar die Branche wechseln!) und will natürlich wissen, was alles auf mich zukommt bzw zukommen kann. Du bist in der Schweiz ansässige, ich wäre nur Grenzgänger (eine Woche Bodensee, eine Woche Sachsen mit Homeoffice). Ja, es wird cool, spannend und aufregend, aber wahnsinnig anstrengend werden.
    Du wirst mir aber bestimmt keine Tipps geben können, was ich zu bedenken habe? Weil es zum Grenzgängerdasein noch mal einen riesen Unterschied gibt. Richtig?
    Habe mich bereits von 3 Beratern beraten lassen, war auch in einem Steuerbüro in Tägerwilen, jetzt sagt mir mein Finanzamt allerdings ich wäre so oder so kein Grenzgänger – alles nicht so einfach…

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