Norwegen hat Öl – die Schweiz hat System: So haben beide Länder ein Billionenvermögen aufgebaut

Der norwegische Staatsfonds ist regelmässig in den Schlagzeilen – er wächst rasant. Norwegen geht dabei einen klugen Weg: Ein Teil der Einnahmen aus Erdöl und Erdgas wird in Aktien investiert. Doch gigantische Summen lassen sich auch ohne Rohstofferlöse aufbauen. Die Schweiz zeigt das eindrucksvoll.
Der norwegische Staatsfonds – Ein internationales Vorbild
Norwegen nutzt seit 1996 einen Teil seiner Erdöl- und Gaseinnahmen, um Aktien, Anleihen sowie Immobilien zu kaufen und so den staatlichen Pensionsfonds aufzubauen. Im Durchschnitt hat der Fonds 6,38 % an jährlicher Rendite erwirtschaftet. Das verwaltete Vermögen beträgt derzeit 1,7 Billionen US-Dollar (1,6 Billionen Franken/1,7 Billionen Euro).

Schweizer Pensionskassen: Gigantisches Vermögen ohne Rohstoffeinnahmen
Kritiker in Deutschland – ein Land ohne nennenswerte kapitalgedeckte Altersvorsorge –entgegnen jedoch, dass der norwegische Pensionsfonds nicht als Vorbild dienen kann, da Deutschland keine vergleichbaren Rohstofferlöse hat.
Die Schweiz zeigt jedoch, dass sich auch ohne Erdöl- oder Gaseinnahmen enorme Vermögen für die Altersvorsorge aufbauen lassen.
Das System funktioniert so:
- Personen zahlen einen Teil ihres Bruttolohns in eine Pensionskasse ein.
- Der Arbeitgeber leistet ebenfalls einen Beitrag.
- Die Beiträge werden einem persönlichen Pensionskassen-Konto gutgeschrieben
- Das Geld wird gewinnbringend in Aktien, Anleihen, Immobilien und andere Anlagen investiert.
Jedes Jahr erhalten Versicherte eine Übersicht, die zeigt:
- Wie viel einbezahlt wurde
- Wie sich das Guthaben entwickelt hat
- Welche Prognosen für die Altersvorsorge bestehen
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, freiwillige Einzahlungen zu leisten oder unter bestimmten Bedingungen Geld zu entnehmen – beispielsweise für den Kauf einer selbstgenutzten Immobilie.
Das verwaltete Vermögen der Schweizer Pensionskassen ist beeindruckend: 1,13 Billionen Franken (1,20 Billionen Euro).
Anlageverteilung der Schweizer Pensionskassen:
- Aktien: 30,2 %
- Obligationen (Anleihen): 27,3 %
- Immobilien: 22,5 %
- Alternative Anlagen: 8,2 %
- Übrige Anlagen: 7,6 %
- Flüssige Mittel: 4,2 %
Quelle: Bundesamt für Statistik
Andere erfolgreiche Länder mit kapitalgedeckter Altersvorsorge
Neben der Schweiz gibt es zahlreiche Länder, die erfolgreich auf ein kapitalgedecktes Altersvorsorgesystem setzen. Ein bekanntes Beispiel ist das 401(k)-Programm in den USA. Dieses System ermöglicht es amerikanischen Arbeitnehmern, steuerlich gefördert und mit Unterstützung durch den Arbeitgeber in Aktien zu investieren. (Das 401(k)-Programm erinnert auch etwas an die Säule 3a der Schweiz.)
Weitere Länder mit erfolgreichen Modellen sind:
- Kanada
- Schweden
- Niederlande
- Dänemark
Diese Staaten haben langfristig stabile Altersvorsorgesysteme aufgebaut, die nicht nur von laufenden Beiträgen abhängen, sondern durch Investitionen wachsen und somit eine Rente in Zeiten des demographischen Wandels sichern.

Deutsche müssen selbst vorsorgen
Während Länder wie die Schweiz oder Norwegen erfolgreich auf kapitalgedeckte Altersvorsorge setzen, bleibt Deutschland weiterhin bei einem überwiegend umlagefinanzierten Rentensystem. Dies birgt erhebliche Risiken, da die Bevölkerung altert und immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Wer sich nicht allein auf den Staat verlassen will, muss daher aktiv werden und selbst in Aktien, ETFs, Immobilien etc. investieren.
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