Meine Lebenshaltungskosten in der Schweiz 💸🇨🇭

Über die Lebenshaltungskosten in der Schweiz gibt es unzählige Informationsquellen; verschiedene Webseiten bieten sogar spezielle Rechner für die Lebenshaltungskosten an. Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber ich hätte damals vor meiner Auswanderung in die Schweiz gerne auch mit einem in die Schweiz eingewanderten Deutschen über dieses Thema gesprochen. Heute biete ich dir diese Möglichkeit. In diesem Beitrag lege ich meine monatlichen Lebenshaltungskosten in der Schweiz offen.
Einkommensteuern in der Schweiz
Noch eine Anmerkung, weil Tensha und mit ihr wohl die meisten Schweizer Leser/innen dieses Artikels mit Vehemenz auf die fehlende Budgetierung von Steuerkosten hinweisen werden: Da man als Einwanderer in der Schweiz während den ersten fünf Jahren in der Regel quellensteuerpflichtig ist und die Steuern somit direkt vom Lohn abgezogen werden, habe ich hier auf die Einberechnung von Steuern verzichtet.
Lebenssituation: Familie mit Kind in der Schweiz
Um die Kosten einschätzen zu können, ist es wichtig meine Lebenssituation zu kennen. Für den Fall, dass du neu auf meinem Blog bist, erkläre ich sie kurz: Ich lebe zusammen mit meiner Frau und unserer dreieinhalbjährigen Tochter in Wallisellen bei Zürich. Meine Frau Tensha ist Juristin und arbeitet mit einem 80%-Pensum für den Kanton Zürich.
Ich war bis vor kurzem in der Produktion eines Pharma-Unternehmens tätig. Seit März 2021 bin ich Blogger und YouTuber. Da Tensha und ich beide in einem hohen Pensum tätig sind, geht unsere Tochter drei Tage in die Kita und wird einen Tag von der Omi betreut.
Regionale Unterschiede in der Schweiz
Regional gibt es in der Schweiz grosse Unterschiede, was die Ausgaben für den Lebensunterhalt anbelangt. Der Kanton Zürich gehört eher zu den kostspieligeren Kantonen. Aber auch innerhalb des Kantons gibt es günstigere und teurere Orte. Wallisellen gehört, unter anderen da es eine direkt an Zürich angrenzende Gemeine ist, zu den eher höherpreisigen Orten.
Aufteilung meiner Lebenshaltungskosten in unterschiedliche Kostenpunkte:
- „Miete“
- Haushaltsgeld
- Kinderbetreuung
- Krankenkasse
- Autoleasing-Rate
- Versicherungen
- Coiffeur
- Internet und Festnetz
- Handy
- Strassenverkehrsabgabe
- Strom
- Serafe
- Kontogebühren
- Diverses
„Miete“ CHF 1‘500.-
Der grösste Kostenfaktor bei mir ist die „Miete“. Die Anführungszeichen habe ich deswegen gesetzt, weil ich keinen eigentlichen Mietvertrag habe, da wir gemeinsam in Tenshas Eigentumswohnung wohnen. Dabei reden wir von rund 110 qm Wohnfläche verteilt auf 4,5 Zimmer, mit einer grossen und einer kleinen Loggia und schönem Blick in die Berge sowie insgesamt einem eher hohen Ausbaustandard.
Würde diese Wohnung nicht Tensha gehören und müssten wir Miete zahlen, müsste man wohl mit CHF 3’500 – 4’000 rechnen. Tensha selbst bezahlt für die Hypothekarzinsen, Tilgung und Nebenkosten natürlich weniger und dementsprechend fällt meine “Miete” tiefer aus. Ein fairer und realistischer Mietanteil ist in unserem Fall daher CHF 1’500.- pro Monat.
Haushaltsgeld CHF 1‘400
Der zweitgrösste Posten ist der Betrag von CHF 1‘400.-, welcher monatlich auf unser Gemeinschaftskonto geht. Tensha leistet zusätzlich noch den gleichen Beitrag. Von diesen insgesamt CHF 2’800 werden Lebensmittel, Drogerieartikel, Kinderkleidung, Restaurantbesuche, Ausflüge, Treibstoff für das Auto, Netflix und andere Dinge bezahlt. Kleinere Anschaffungen, wie zum Beispiel Haushaltswaren zahlen wir ebenfalls von diesem Konto.
Diesen Betrag von CHF 2’800 finden wir beide relativ hoch und wir sind uns durchaus bewusst, dass wir günstiger leben könnten. Allerdings bleibt Ende Monat oft auch noch etwas übrig, was dann umgehend auf das gemeinsame Sparkonto überwiesen wird.
Kinderbetreuung
Die Kinderbetreuung ist teuer in der Schweiz und bei mir der drittgrösste Faktor bei den Ausgaben. Der Beitrag für die Kita beträgt CHF 1‘560.- pro Monat, wovon ich die Hälfte, also CHF 780.-, berappe. Die Kitakosten fallen beim Übertritt in den Schweizer Kindergarten weg. Der Kindergarteneintritt erfolgt in der Regel mit vier oder fünf Jahren. Hier gelangst du zu einem Blogbeitrag speziell zum Thema Kinderbetreuung in der Schweiz.
Krankenkasse
Die Krankenkasse wird in der Schweiz pro Person (und nicht wie in Deutschland pro Familie) bezahlt. Für die Schweizer Krankenkasse bezahle ich CHF 278.- pro Monat. Ohne meine Flex Zusatzversicherung würde ich nur rund CHF 249.- zahlen müssen. Einen Blogbeitrag über meine Krankenkassen- und Arztkosten in der Schweiz findest du hier.
Autoleasing-Rate
Die Leasing-Rate für meinen Mercedes-Benz C 250d liegt bei CHF 273.- pro Monat.
Heute würde ich mir kein Fahrzeug mehr leasen und zwar nicht, weil ich das per se schlecht finde, sondern vielmehr, weil es mir inzwischen einfach das Geld nicht mehr wert ist. In den ersten zwei oder drei Jahren verliert ein Fahrzeug bekanntlich den Grossteil seines Werts. Aus diesem Grund würde ich mir heute eher einen jungen Gebrauchtwagen in gutem Zustand anschaffen.
Versicherungen
Neben der Krankenkasse haben wir natürlich noch weitere Versicherungen, welche hälftig von uns getragen werden. In der Reihenfolge nach der Höhe der Beiträge sind das eine Vollkasko-Autoversicherung, eine Haftpflicht- und Hausratversicherung, eine Rechtsschutzversicherung sowie eine Reiseversicherung. Insgesamt beträgt mein Anteil an diesen Kosten rund CHF 116.- pro Monat. Hier gelangst du zum ausführlichen Blogbeitrag über meine Versicherungen in der Schweiz.
Coiffeur (Friseur)
Ich zahle für einen Besuch bei meiner Coiffeuse CHF 60.- für Waschen, Schneiden und Föhnen. Mit diesem Preis ist sie nicht die Günstigste in meiner Umgebung, aber es lohnt sich meiner Meinung nach. Neben einem guten Schnitt erhalte ich jeweils ein Gratisgetränk (Gin Tonic oder guten Whiskey oder Ähnliches) und geniesse den Massagesessel während der Haarwäsche. Es gibt aber – wie gesagt – auch günstigere Angebote, welche nicht einmal die Hälfte kosten.
Internet und Festnetz
Für unsere Internetleitung und unseren Festnetzanschluss bezahlen wir CHF 38.- pro Monat, wovon mein Anteil wiederum die Hälfte, also CHF 19.- pro Monat, beträgt. Für eine Up- und Downloadgeschwindigkeit von maximal 1 Gbit/s ist das ein günstiger Kurs.
Handy
Mein Mobilfunkvertrag kostet mich monatlich CHF 32.-. Inbegriffen sind ein unlimitiertes Datenpaket und unlimitierte Anrufe/SMS innerhalb der Schweiz.
Strassenverkehrsabgabe
Die Strassenverkehrsabgabe geht an den Kanton Zürich. Vergleichbar ist das mit der KFZ-Steuer in Deutschland. Den jährlichen Beitrag über CHF 518.- teilen wir uns je zur Hälfte. Monatlich macht das für mich CHF 21.58.
Strom
Hier einmal eine gute Nachricht: Strom ist in der Schweiz sehr viel günstiger als in Deutschland. Durchschnittlich beträgt der Preis für Strom in der Schweiz 20,5 Rp./kWh (umgerechnet 19 Cent/kWh). (In Deutschland hingegen liegt der durchschnittliche Strompreis bei 30,34 Cent/kWh.) Durchschnittlich zahlen Tensha und ich rund CHF 42.-, also je CHF 21.-, für unseren Haushaltsstrom pro Monat.
Serafe
Serafe (vormals Billag) ist – wenn man so will – die GEZ der Schweiz. Jeder Haushalt in der Schweiz muss grundsätzlich einen Rundfunkbeitrag an die Serafe abführen. Momentan beträgt der Jahresbeitrag CHF 335.-.
Kontogebühr
Ich habe bei zwei Schweizer Banken ein Privatkonto: Eines bei der UBS inklusive einem Gemeinschaftskonto mit Tensha, das andere bei der Bank Cler. Bei Letzterem handelt es sich um das kostenlose Smartphone-Konto Zak. Für das Konto bei der UBS zahlen wir zusammen CHF 15.- pro Monat. Somit belaufen sich meine monatlichen Bankkosten auf CHF 7.50.-.
Diverses
Für alle anderen Ausgaben veranschlage ich CHF 500.- pro Monat. Darin enthalten sind Kosten für neue Kleidung und “Spassausgaben”. Unsere Ausgaben für Ferien habe ich nicht aufgelistet.
Monatliche Lebenshaltungskosten rund 5‘000 Schweizer Franken
Rechne ich alles zusammen, komme ich auf monatliche Ausgaben von rund CHF 5‘000. Wenn man bedenkt, dass Tensha denselben Beitrag auch noch leistet, so sind das natürlich relativ hohe Lebenshaltungskosten, welche u.a. auch auf das vorhandene doppelte Einkommen zurückzuführen sind.
Würde sich einer von uns ausschliesslich oder fast ausschliesslich der Kinderbetreuung widmen, anstatt mit einem beinahe Vollzeitpensum zu arbeiten, wären solche Fixkosten für eine dreiköpfige Familie natürlich bedeutend zu hoch und mit einem einzigen, durchschnittlichen Lohn nicht zu stemmen.
Meine bzw. unsere Lebenshaltungskosten sollen daher auch lediglich ein Beispiel liefern. Sparpotential ist hier definitiv noch vorhanden und die Lebenshaltungskosten wären mit einigen wenigen Einschränkungen (tiefere Mietkosten, kein Autoleasing etc.) durchaus massiv zu senken.
PS: Ich habe einen neuen Beitrag, mit aktualisierten Werten, über meine Lebenshaltungskosten geschrieben. Hier geht‘s zum Beitrag.


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One Response
Ideal wäre eine Vergleichskalkulation Deutsch / Schweiz für eine Familie mit 3 Kindern….