Lohnabrechnung Deutschland vs. Schweiz 🇩🇪🇨🇭

Um aufzuzeigen, welche Unterschiede es zwischen dem deutschen und dem schweizerischen Nettolohn gibt, habe ich zwei Beispiele einer Lohnabrechnung erstellt. Beide orientieren sich am jeweiligen Medianlohn des Landes.
Lohnabrechnung Schweiz – Deutschland
Was beim Betrachten der deutschen und der schweizerischen Lohnabrechnungen als erstes ins Auge springt, ist die grosse Differenz bei den Bruttolöhnen und der noch grössere Unterschied bei den Nettolöhnen.
Bei beiden Lohnabrechnungen habe ich den jeweiligen Medianlohn verwendet, der in beiden Ländern im Jahre 2022 für eine Vollzeitstelle ermittelt wurde. In Deutschland beträgt der Medianlohn 3’645 Euro (3’416 Franken) brutto pro Monat. In der Schweiz 6’788 Franken (7’239 Euro) brutto pro Monat. (Währungskurse vom 04.09.2024)

Daran kann man gut das unterschiedliche Lohngefüge erkennen. Zu beachten sind die höheren Lebenshaltungskosten in der Schweiz. In der zuletzt veröffentlichten Statistik über die Lebenshaltungskosten in Europa zeigt sich, dass man mit 51% höheren Ausgaben rechnen muss.
Lohnabrechnung: Grösste Unterschiede
Krankenversicherung Deutschland – Schweiz
Während in Deutschland die gesetzliche Krankenversicherung prozentual vom Bruttolohn abgezogen wird, zahlt man die Krankenversicherung in der Schweiz wie eine private Versicherung von seinem Nettolohn. Die Ausgaben für die Gesundheit wie zum Beispiel Krankenkassenbeiträge und Arztkosten können jedoch in der Steuererklärung angegeben werden und reduzieren somit die Einkommenssteuer.

Hinweis: In der aktuellen Grafik verwende ich als Quelle für die Berechnung des Schweizer Nettolohns den Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Im Gegensatz zu der früheren Quelle wird kein Krankentagegeldbeitrag berücksichtigt. Dieser fällt eh nicht allzu hoch aus und wird teilweise nur vom Arbeitgeber bezahlt. Zudem nehme ich die reguläre steuerliche Belastung an und nicht die eines Quellensteuerpflichtigen. Der Beitrag zur Pensionskasse ist sehr individuell und ist je nach Arbeitgeber unterschiedlich. Die Eidgenössische Steuerverwaltung geht jedoch von einem eher niedrigen Beitrag aus. In der Praxis dürfte dieser ca. 100 Franken höher liegen, was dem persönlichen PK-Konto gut tut.
Pensionskasse in der Schweiz
Der zweite grosse Unterschied ist der Pensionskassenbeitrag, welcher hier vom Schweizer Lohn abgezogen wird. Die Pensionskasse (BVG/2. Säule) dient der Alters- und Invalidenvorsorge und ist kapitalgedeckt. (Die AHV/1. Säule dient ebenfalls der Alters- und Invalidenvorsorge. Diese ist umlagefinanziert und lässt sich mit der Deutschen Rentenversicherung vergleichen.)
Das bedeutet, dass die Beiträge, die der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer leisten, auf ein spezielles Konto gelangen und dort von der Pensionskasse verwaltet werden. Jährlich erhält man als Angestellter einen Auszug, auf dem ersichtlich ist, wie hoch das persönlich angesparte Kapital ist.
Unfallversicherung Schweiz
Eine weitere Besonderheit aus deutscher Sicht ist die Schweizer Unfallversicherung. Diese deckt nicht nur die arbeits- sowie Pendelzeit ab, sondern auch die Freizeit. Vorausgesetzt, man arbeitet mehr als acht Stunden pro Woche.
Lohnabrechnung Schweiz: Niedrige Steuern und Abgaben
Eigentlich geht es mir in diesem Beitrag um die Steuern und Abgaben. In Deutschland liegen sie bei 34,2%, in der Schweiz nur bei 21,8%. Ein direkter Vergleich ist selbstverständlich schwierig, da es sich um zwei verschiedene Systeme handelt. Ich versuche es dennoch.
In Deutschland wird die Krankenkasse vom Bruttolohn abgezogen, dafür gibt es in Deutschland keine kapitalgedeckte Altersvorsorge wie die Schweizer Pensionskasse (BVG/2. Säule). Ich sehe die Schweiz hier klar im Vorteil. Je nach persönlicher Situation – Familie mit Kindern – kann das Schweizer System jedoch zeitweise finanziell nachteilig sein. Auf lange Sicht betrachtet ist es für die meisten aber ein klarer finanzieller Vorteil.
Familien mit Kindern und Alleinverdiener profitieren dagegen in Deutschland von dem Krankenversicherungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung, da der Beitrag gleich hoch ist, egal wie viele Mitglieder der Familie über die Krankenkasse versichert sind.
Bei den Einkommenssteuern kann man den Unterschied der beiden Systeme am besten erkennen. In der Schweiz liegt die steuerliche Belastung prozentual bei der Hälfte und in absoluten Zahlen bei der gleichen Summe.
Hohe Eigenverantwortung in der Schweiz
Weshalb sind die Steuern so viel niedriger in der Schweiz, fragst du dich jetzt vielleicht. Das liegt zum einen an der höheren Eigenverantwortung: Bestimmte Ausgaben wie zum Beispiel die externe Kinderbetreuung werden in der (Deutsch-)Schweiz nicht so stark vom Steuerzahler unterstützt wie in Deutschland. Die Eltern tragen den Hauptteil der Kosten. Es liegt aber auch an der effizienten öffentlichen Verwaltung in der Schweiz, die im Verhältnis betrachtet geringere Kosten verursacht.
Sozialversicherungen in der Schweiz
Möchtest du mehr über die Schweizer Sozialversicherungen wissen, kannst du gerne meinen Blogbeitrag zu diesem Thema lesen. Hier der Link dazu.
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