Krankenkasse Schweiz – die 15 häufigsten Fragen🇨🇭🤒

Heute beantworte ich eure häufigsten Fragen zur Krankenversicherung in der Schweiz. Der Beitrag richtet sich vor allem an Neulinge. Aber auch für alte Hasen sind interessante Infos dabei.
Wann sollte man der Krankenkasse in der Schweiz beitreten?
Wenn du neu in der Schweiz bist, hast du drei Monate Zeit, um dich für eine Krankenkasse zu entscheiden. In der Zeit kannst du dich über die verschiedenen Krankenkassen und Zusatzversicherungen informieren. Die Beiträge sind jedoch ab dem ersten Tag zu bezahlen. Trittst du beispielsweise im zweiten Monat einer Krankenkasse bei, sind die Beiträge rückwirkend zu bezahlen.
Gibt es eine Zwei-Klassen-Medizin wie in Deutschland?
Bei niedergelassenen Ärzten gibt es keine Zweiklassen-Medizin wie in Deutschland. Es gibt jedoch die Möglichkeit, Zusatzversicherungen für die halbprivate oder private Abteilung im Spital abzuschließen. Da geht es jedoch eher um höheren Komfort als um eine priorisierte Behandlung.
Macht es für Frauen Sinn, eine Zusatzversicherung bezüglich des Frauenarztes abzuschliessen?
Für Frauen kann es insbesondere dann sinnvoll sein, eine Zusatzversicherung für die halbprivate oder private Abteilung abzuschliessen, wenn sie eine Schwangerschaft planen und sich bspw. bei der Niederkunft im Spital mehr Komfort wünschen als auf der allgemeinen Abteilung.
Dabei gilt es zu beachten, dass beim Abschluss von Zusatzversicherungen Wartefristen gelten. Solche Zusatzversicherungen für die halbprivate oder private Abteilung müssen deshalb frühzeitig abgeschlossen werden, damit sichergestellt ist, dass keine Deckungslücken bestehen; die Leistungen der Krankenkasse variieren und müssen vorab sorgfältig abgeklärt werden.
Kann ich einfach so aus der PKV in Deutschland austreten?
Ja, das ist problemlos möglich.
Gibt es eine Zusatzversicherung, die Arztkosten in Deutschland übernimmt?
Notfallmässige Behandlungen sind im Ausland immer versichert. Aber ja, es gibt auch Zusatzversicherungen die „normale“ Behandlungen in Deutschland finanzieren. Für Personen, die nahe der Grenze zu Deutschland wohnen, mag das eine gute Lösungen sein. Denn mit einer solchen Zusatzversicherung werden die Behandlungen in Deutschland komplett von der Schweizer Versicherung übernommen. Franchise und Selbstbehalt werden nicht fällig.
Wie versichern sich Deutsche, die in der Schweiz studieren?
In der Regel versichern Sie sich mit einer Zusatzversicherung, zum Beispiel bei swisscare.ch. Die Hauptversicherung bleibt die deutsche Krankenversicherung.
Was passiert mit meinen Zusatzversicherungen, wenn ich die Grundversicherung wechseln will?
In der Regel können die Zusatzversicherungen behalten werden. Wichtig ist, dass dies bei der Kündigung der Grundversicherung deutlich mitgeteilt wird. Grundversicherung und Zusatzversicherung müssen nicht bei derselben Krankenkasse abgeschlossen sein. Allerdings dürfte es komplizierter werden mit den Abrechnungen, wenn nicht beide Versicherungen bei demselben Anbieter abgeschlossen werden.
Wie ist der Standard in Schweizer Krankenhäusern? Braucht man Chefarztbehandlung?
Der Standard in der Schweiz ist tendenziell höher als in Deutschland. Eine Chefarztbehandlung ist meiner Meinung nach nicht nötig.
Wie gut funktioniert Telemedizin?
Ich habe Telemedizin schon einige Male genutzt und bin begeistert. Selbstverständlich macht es nur Sinn, wenn es sich um leichte Krankheiten wie eine Erkältung oder eine Grippe handelt. Man vereinbart online über einen TeleMed-Anbieter einen Termin mit einem Arzt.
Der Arzt ruft dann zur vereinbarten Zeit an und bespricht mit einem die gesundheitliche Situation. Im Bedarfsfall werden die Medikamentenrezepte und das Arbeitsunfähigkeitszeugnis per E-Mail an den Patienten geschickt. Sollte die gesundheitliche Situation eine genauere Untersuchung erfordern, wird der Arzt eine Untersuchung in der Praxis empfehlen.
Welche Zusatzversicherungen lohnen sich?
Da gehen die Meinungen weit auseinander: Richtig oder Falsch gibt es nur selten. Experten sind sich aber einig, dass sich Versicherungen für kleine Risiken grundsätzlich nicht lohnen.
Bei Zusatzversicherungen kommt es auf die jeweilige persönliche Situation an: Wer zum Beispiel einen möglichst geringen Beitrag zahlen will, kann auch nur in der Grundversicherung versichert sein. Das reicht vollkommen aus. Wer jedoch mehr Komfort möchte oder vielleicht auch Alternativmedizin abgedeckt haben will, kann Zusatzversicherungen abschliessen.
Ich habe beispielsweise eine Spitalzusatzversicherung, sodass ich bei einem Spitalaufenthalt im konkreten Fall entscheiden kann, ob ich auf der allgemeinen oder gegen einen Aufschlag auf der halbprivaten oder privaten Abteilung sein möchte – dies jedoch nur im Sinne von höherem Komfort (Zweibett- bzw. Einzelzimmer und besseres Essen).
Soll man als junger Mensch – solange man noch gesund ist – Zusatzversicherungen abschliessen?
Wenn man eine Zusatzversicherung abschliessen möchte, sollte man das möglichst in jungen Jahren tun, wenn der Gesundheitszustand in der Regel noch gut bzw. besser ist. Später im Leben hat man vielleicht schon einige Vorerkrankungen. Zusatzversicherungen können deshalb einen Risikoaufschlag erheben oder bestimmte Bereiche oder Themen von der Zusatzversicherung ausschliessen.
Eine Krankenkasse kann Kunden im Hinblick auf Zusatzversicherungen (nicht aber im Hinblick auf die Grundversicherung!) ablehnen. Bei Ausschlüssen oder Ablehnungen lohnt es sich, auch noch bei anderen Krankenkassen anzufragen. Die gesundheitliche Situation wird von den verschiedenen Krankenkassen häufig unterschiedlich beurteilt.
Wann kann man die Krankenkasse bzw. die Zusatzversicherungen kündigen?
Die Grundversicherung der Krankenkasse kann man jährlich kündigen. Der Stichtag ist in der Regel der 30. November. Zusatzversicherungen sind – je nach Vertrag – unterschiedlich kündbar. Oft besteht eine Kündigungsfrist von drei Monaten.
Gibt es eine private Krankenversicherung in der Schweiz?
Ja, aber nur für den Spitalaufenthalt. Siehe oben.
Zahlt man den Beitrag für die Krankenkasse jährlich oder monatlich?
Die Krankenkassenbeiträge werden in der Regel monatlich bezahlt.
Mit welchen Kosten für die Krankenkasse muss ich rechnen?
Je nach Person sind die Kosten unterschiedlich. 2023 liegt die Prämie für die Krankenkasse im Schnitt bei 334.70 Franken pro Monat. Folgende Faktoren beeinflussen die Prämie der Grundversicherung:
- Krankenkassengesellschaft
- Krankenkassenmodell
- Wohnort bzw. Region
- Alter des Versicherten
- Höhe der Franchise
Einen Überblick über die Kosten der Grundversicherung findest du auf der Seite priminfo.ch. Dies ist eine offizielle Seite des Bundesamtes für Gesundheit.
Wie das Schweizer Krankenassensystem funktioniert und wie es sich vom deutschen System unterscheidet, zeige ich dir hier.
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2 Responses
Hallo Christian.
Um welche Zusatzversicherung handelt es sich in deinem Blogbeitrag genau? Für meinen Mann und mich klingt das sehr verlockend. Aber davon haben wir noch nichts gelesen.
„Gibt es eine Zusatzversicherung, die Arztkosten in Deutschland übernimmt?
Notfallmässige Behandlungen sind im Ausland immer versichert. Aber ja, es gibt auch Zusatzversicherungen die „normale“ Behandlungen in Deutschland finanzieren. Für Personen, die nahe der Grenze zu Deutschland wohnen, mag das eine gute Lösungen sein. Denn mit einer solchen Zusatzversicherung werden die Behandlungen in Deutschland komplett von der Schweizer Versicherung übernommen. Franchise und Selbstbehalt werden nicht fällig.“
Hallo Jasmin
Je nach Versicherungsgesellschaft werden unterschiedliche Bezeichnungen für diese Zusatzversicherung verwendet. Auf den Webseiten der Versicherungsgesellschaften findest du diese jedoch relativ leicht.
Gruss
Christian