Jubiläumsrente: 348 Millionen Franken extra für Schweizer

Eine Nachricht, die in der Schweiz für viel Aufmerksamkeit sorgt – und auch für Deutsche spannend ist, die sich mit dem Thema Auswandern oder Altersvorsorge beschäftigen: Die BVK, die grösste Pensionskasse der Schweiz, schüttet 2026 insgesamt 348 Millionen Franken an ihre Versicherten aus. Anlass ist das 100-jährige Jubiläum der Kasse.
Doch hinter der Schlagzeile steckt mehr als nur ein einmaliger Geldsegen. Der Entscheid erlaubt einen interessanten Blick auf das Schweizer Vorsorgesystem – gerade im Vergleich zu Deutschland.
Wer bekommt Geld – und wie viel?
Von der Jubiläumsgutschrift profitieren rund 146’000 Versicherte:
- Pensionierte erhalten pauschal 1’000 Franken ausbezahlt.
- Aktivversicherte bekommen eine einmalige Gutschrift auf ihr Vorsorgekonto, im Schnitt rund 3’000 Franken.
Die genaue Höhe für Erwerbstätige hängt von zwei Faktoren ab:
- der Anzahl Beitragsjahre bei der BVK
- der Höhe des angesparten Altersguthabens
Wer lange versichert ist und viel Kapital aufgebaut hat, profitiert überdurchschnittlich. In manchen Fällen liegt die Gutschrift bei über 2% vom ersparten Kapital. Das kann dann schonmal 10’000 Franken und auch mehr sein – und dieser Betrag wird bis zur Pensionierung weiter verzinst.
Warum kann sich die BVK das leisten?
Die Antwort liegt in den Kennzahlen der Pensionskasse:
- Performance 2025: 6,2 %
- Deckungsgrad: 113,6 %
- Anlagevermögen: 45,8 Milliarden Franken
Ein Deckungsgrad von über 100 Prozent bedeutet: Die Kasse verfügt über mehr Vermögen, als sie für alle laufenden und künftigen Rentenverpflichtungen benötigt. Genau diese finanzielle Reserve macht Sonderausschüttungen überhaupt erst möglich.
Vom Sanierungsfall zur Erfolgsgeschichte
Besonders interessant: Die BVK war nicht immer ein Vorzeigemodell.
Nach der Finanzkrise 2008 und einem Korruptionsskandal fiel der Deckungsgrad 2011 auf 83,4 Prozent. Der Kanton Zürich musste die Kasse mit 2 Milliarden Franken sanieren.
Heute – rund 15 Jahre später – zeigt sich, wie konsequente Sanierung, solide Anlagestrategien und Zeit wirken können. Die Jubiläumsgutschrift ist damit auch ein Symbol für eine gelungene finanzielle Stabilisierung.
Wer ist bei der BVK versichert?
Der BVK sind 433 Arbeitgeber angeschlossen. Dazu zählen beispielsweise:
- der Kanton Zürich selbst
- Spitäler und Pflegeheime
- Schulen und andere Bildungsinstitutionen
- Flughafen Zürich
Rund 40 Prozent der Versicherten arbeiten direkt beim Kanton, 60 Prozent bei anderen öffentlichen oder staatsnahen Arbeitgebern.
Ab 2026 gibt es eine 13. AHV-Rente
Auch interessant: 2026 wird in der Schweiz erstmals eine 13. AHV-Rente ausbezahlt. Rentner erhalten damit einmal pro Jahr eine zusätzliche monatliche Auszahlung aus der staatlichen Rentenkasse. Ziel ist es, die Kaufkraft der Pensionierten angesichts steigender Lebenshaltungskosten zu stabilisieren.
Auch die Suva zahlt extra
Die BVK ist nicht die einzige Institution mit Sonderzahlungen. Auch die Suva gewährt 2026 Zusatzleistungen: Pensionierte erhalten eine «13. Rentenzahlung», Aktivversicherte eine Zusatzgutschrift von 1,65 Prozent.
Interessant für Deutsche
Für Deutsche ist die Meldung aus der Schweiz vor allem als Vergleich interessant. Die berufliche Vorsorge über Pensionskassen spielt in der Schweiz eine deutlich grössere Rolle als die betriebliche Altersvorsorge in Deutschland.
Zudem zeigt das Beispiel der BVK, dass gute Anlagejahre für Versicherte spürbare Auswirkungen haben können. Altersvorsorge wird dabei weniger als abstraktes Versprechen, sondern stärker als eigenes aufgebautes Vermögen wahrgenommen.
- Die Schweiz zeigt, wie einfach Sparen sein kann - 8. Februar 2026
- Jubiläumsrente: 348 Millionen Franken extra für Schweizer - 30. Januar 2026
- Aktien kaufen direkt bei Zak: Erfahrungsbericht Zak Invest - 19. Januar 2026













