Interview bei DER WESTEN: «Auswanderer rechnet mit deutschem System ab» 🇩🇪

Ein Journalist von «DER WESTEN» hat meinen Gastbeitrag bei Tim Schäfer über das morsche Rentensystem Deutschlands gelesen und mich um ein Interview gebeten.
In dem Beitrag vergleiche ich das deutsche Altersvorsorgesystem mit dem in der Schweiz. Dabei zeige ich die Defizite des deutschen Systems und die Vorteile des Schweizer Systems auf. Alexander Riechelmann von «DER WESTEN» wurde auf diesen Beitrag aufmerksam und lud mich zu einem Interview ein.
Hier geht es zum Interview im «DER WESTEN»: «Rente: Auswanderer rechnet mit deutschem System ab – „Das ist ja nichts!“»
Best practice würde Deutschland gut anstehen
Wie so vieles könnte sich Deutschland auch bei der Altersvorsorge – insbesondere beim Thema «Aktienrente» – etwas von anderen Ländern abschauen. Ich kann es nicht verstehen, wie ein Grossteil der Bevölkerung so eine Angst vor Aktien haben kann.
In Dänemark, der Schweiz, den Niederlanden, den angelsächsischen Ländern und vielen weiteren Ländern investieren die Leute schon lange einen Teil ihrer Altersvorsorge in Aktien. Das ist unter anderem aufgrund des demografischen Wandels sinnvoll.

Wie sollen denn die Renten in Deutschland finanziert werden, wenn es pro Rentner immer weniger Beitragszahler gibt? Die rein umlagefinanzierte Altersvorsorge kommt durch den demografischen Wandel an seine Grenzen:
1962 kamen in Deutschland auf einen Rentner sechs Beitragszahler. 2020 sind es nur noch 1,8 Beitragszahler pro Rentner. Die Prognose zeigt bis 2050 keine Besserung. Im Gegenteil: Da wird das Verhältnis zwischen Rentner und Beitragszahler bei 1:1,3 liegen.
Kapitalgedeckte Rente seit Bismarck
Es gab in Deutschland schon mal eine kapitalgedeckte Altersvorsorge. Der erste und der zweite Weltkrieg und die jeweils darauffolgenden wirtschaftlichen Krisen haben die angelegten Gelder jedoch arg in Mittleidenschaft gezogen. Um das nicht ein weiteres Mal geschehen zu lassen, sollte das umlagefinanzierte Rentensystem her.
Im Rahmen der grossen Rentenreform in den 1950er Jahren soll Konrad Adenauer die Diskussion um das rein umlagefinanzierte Rentensystem mit dem Satz «Kinder kriegen die Leute immer» beendet haben. Die Anti-Baby-Pille und der damit einhergehende Geburtenknick kamen einige Jahre später. Die durchschnittliche Lebenserwartung stieg zwischen 1955 und 2010 um 22 Jahre. Beides setzte die Finanzierung der Rente immer mehr unter Druck.
Nicht alle Eier in einen Korb legen
Hätte man doch nur auf die Bauernweisheit gehört und nicht alle Eier in einen Korb gelegt. Ein System, was umlagefinanziert und kapitalgedeckt ist, würde heute weitaus besser dastehen und den Menschen in Deutschland eine finanziell bessere Situation im Alter ermöglichen.
Die Schweiz hat das rechtzeitig erkannt und schon 1985 die berufliche Vorsorge – landläufig Pensionskasse genannt – eingeführt. In Deutschland hingegen kursierte um diese Zeit der Wahlkampfspruch «Die Rente ist sicher» – mit den bekannten Folgen.
Ausserdem ist die Säule 3a in der Schweiz sehr beliebt um für den Ruhestand vorzusorgen.
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