Heimweh als Deutscher in der Schweiz 😕🇩🇪

Deutsche empfinden die Schweiz oft nicht als Ausland. Die Sprache und Kultur sind – trotz aller Unterschiede – ähnlich. Kann da überhaupt Heimweh aufkommen?
Oft an die Heimat gedacht
In letzter Zeit denke ich oft an meine deutsche Heimat. Heimweh will ich das nicht nennen. Es ist nicht so, dass ich todtraurig wäre. Aber ich wäre schon gerne wieder öfter in Deutschland. Dieses Gefühl kam erst in den letzten Monaten hoch. Ich denke, die Corona-Krise hat – bedingt durch zeitweilige Reisebeschränkungen – einen grossen Teil dazu beigetragen. Vor der Krise kannte ich so etwas nicht von mir.
Anfangszeit in der Schweiz
Die erste Zeit in der Schweiz war aufregend. Alles war neu. Viele Eindrücke musste ich erst einmal verarbeiten. Die Heimat habe ich nicht wirklich vermisst. Meine Familie habe ich ca. alle drei Wochen zusammen mit Tensha übers Wochenende besucht. Zudem ist es ja heutzutage mit den digitalen Möglichkeiten auch viel einfacher, Kontakt zu halten. Mit Videoanrufen und Messengerdiensten ist man immer gut vernetzt und quasi stets erreichbar. Klar ist das nicht das Gleiche wie vor Ort sein, aber auf jeden Fall schon anders vom Gefühl her, als noch vor der Smartphonezeit.
Corona Krise und Reisebeschränkungen
Als die Coronakrise aufzog und es Reisebeschränkungen gab, waren die regelmässigen Besuche in vielerlei Hinsicht nicht mehr so leicht möglich. Für mich als Vater eines minderjährigen Sohnes in Deutschland war die Einreise zwar möglich, Tensha als Schweizerin durfte jedoch nicht mit. Gremlin als Halbschwester von meinem Sohn hätte ebenfalls mitgedurft, wollte aber nicht ohne die Mami…

Das waren aber nicht die einzigen Beschränkungen. Irgendwann galt ja auch noch der 1-Personen-Besuch. Wir hätten zu dritt gar nicht bei meinen Eltern wohnen können und die Hotels waren ebenfalls geschlossen.
Und einmal – als Beispiel für die Corona-Schwierigkeiten – mussten wir sogar in einer Nacht- und Nebelaktion von heute auf morgen die Sachen packen und meinen bei uns in den Ferien weilenden Sohn zurückbringen, weil plötzlich die Quarantänepflicht für Auslandsreisende aufkam. Wären wir nicht rechtzeitig zurückgewesen, hätte mein Sohn wegen seinen Ferien in der Schweiz in Quarantäne gemusst und hätte mehrere Tage die Schule nicht besuchen können.
Von Seiten der Politik wurde darauf hingewiesen solidarisch zu sein und möglichst wenig soziale Kontakte zu pflegen, was wir natürlich auch taten – in der Schweiz wie auch in Deutschland. Allerdings kann und will man ja auch nicht eine Monate und Jahre dauernde Pandemie lang seinen Sohn nicht sehen. Also ging ich ab und zu alleine nach Deutschland auf Besuch. Die Kommentare bei YouTube, als von meiner Reise gehört wurde, kann man sich vorstellen: „unverantwortlich!” „Ansteckungsrisiko!” etc.. Meine Handlungen waren jedoch stets konform mit den Covid-Massnahmen.
Inzwischen haben wahrscheinlich alle begriffen, dass das verantwortungsvolle Abwägen der Möglichkeiten eine schwierige Angelegenheit ist. Hätte ich monatelang meinen Sohn wegen Corona nicht gesehen, hätten mich sicherlich dieselben Kommentatoren ebenfalls gebasht und dann halt als Rabenvater betitelt… 😉
Sommerferien mit der ganzen Familie
Die Sommerferien haben wir daher dieses Jahr als Familie umso mehr genossen. Jetzt, nach den vielfältigen Be- und Einschränkungen ist es mir umso bewusster geworden, wie wichtig Familie ist. Und wie schwierig es ist, wenn so selbstverständliche Sachen wie Familienbesuche nicht mehr selbstverständlich sind. Ich hoffe daher innigst, dass solcherlei Einschränkungen nie mehr eintreten, denn: Ich möchte einfach wieder öfters nach Deutschland!
Zum Glück haben wir schon wieder einige Trips nach Deutschland geplant. Schon in wenigen Tagen bin ich wieder dort und die Herbstferien im Saarland sind ebenfalls schon in trockenen Tüchern. Darauf freue ich mich schon sehr.
PS: Hattest du schon einmal „Heimweh”?


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