Heidi ist aus Deutschland in die Schweiz eingewandert und hat sich selbstständig gemacht 👩🏼🇨🇭- Interview

In die Schweiz auswandern

Heidi ist aus Deutschland in die Schweiz eingewandert und hat sich selbstständig gemacht 👩🏼🇨🇭- Interview

Heidi, 31, aus Düsseldorf, lebt mit ihrem Schweizer Mann Urs und den drei Kindern (3 und 1, ein weiteres Kind ist auf dem Weg) in unmittelbarer Nähe zu Zürich und hat in der Schweiz ihr eigenes Geschäft im Bereich Floral Design aufgebaut.

“Schweizerinnen und Schweizer lieben Qualität und sind bereit, dafür zu zahlen”

Heidis Tochter ist die beste Freundin von unserem dreijährigen Gremlin. Die beiden besuchen zusammen die Kita und machen alles gemeinsam bis zum zeitgleichen Gabel in den Mund stecken beim Kita-Lunch. Ab und zu treffen sich die Mamis mit den Kiddies auf den benachbarten Spielplätzen oder zu einem Kafichränzli (Kaffeekränzchen).

1. Du hast deinen Schweizer Mann in Deutschland kennengelernt und ihr habt zusammen in Düsseldorf gelebt. Was hat euch dazu bewegt, in die Schweiz zu ziehen und wie lange lebst du schon hier?

Genau, wir sind vor fast zwei Jahren nach Zürich gezogen. Mir war von Anfang unserer Beziehung an bewusst, dass Urs irgendwann zurück in die Schweiz ziehen wollte. Den Zeitraum jedoch sagte er, würde er mir überlassen. Als ich dann vor zwei Jahren schwanger wurde mit unserem zweiten Kind, wurde der Umzug in die Schweiz dann sehr naheliegend, da die Verbindung der Schwiegerfamilie/Familie sehr eng war und immer noch ist und wir dadurch sehr viel Unterstützung bekommen.

2. Warst du schon jemals in der Schweiz, bevor du deinen zukünftigen Mann kennengelernt hast?

Tatsächlich ja, ein einziges mal als Teenager. Ich habe schon oft versucht herauszufinden, wo ich genau war. Ohne Erfolg bis jetzt. Es war ein Jugendfreizeitlager irgendwo in den Bergen.

3. Was gefällt dir am besten in der Schweiz?

Ganz klar vorne weg die Schönheit der Natur. Die lässt einen sogar in Pandemiezeiten sich irgendwie trotzdem frei fühlen. Ebenso schätze ich die Sicherheit, die Vielfalt und die hohe Lebensqualität. Verliebt in die Schweiz habe ich mich bei einer Pizza in Lugano.

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4. Wie erlebst du die Schweizer im alltäglichen Umgang – als Freunde, Nachbarn, Kunden…?

Wunderbar! Ich muss sagen, ich hatte so ein paar Vorurteile vor unserem Umzug hierher. Ich ging irgendwie davon aus, dass auf die Deutschen immer etwas herabgeschaut werden würde, da sie ja „den Schweizern die Jobs klauen“ und „einen dreisten Umgangston haben“. Aber nichts davon hat sich bewahrheitet.

Gerade aber auch im beruflichen Umfeld habe ich schnell festgestellt, dass die Schweizerinnen und Schweizer Qualität lieben und auch bereit sind, dafür zu zahlen. In Deutschland fand ich die Selbstständigkeit eher mühsam, weil bei jeder Möglichkeit versucht wurde, den Preis zu drücken, einfach weil man Ähnliches irgendwo anders günstiger gesehen hatte. Das erlebe ich hier gar nicht und das empfinde ich als extrem angenehm. So arbeitet man gerne, weil das, was ich herstelle, wertgeschätzt wird.

5. Verstehst und sprichst du Schweizerdeutsch? Und wie sprechen eure Kinder?

Ich verstehe es mittlerweile gut und kann es mittlerweile auch mehr oder weniger gut sprechen, jedoch besteht mein Mann darauf, dass ich beim Deutschen bleibe, aus dem Grund, dass unsere Kinder beides flüssig sprechen können sollen.

6. Du hast dich in der Schweiz selbständig gemacht. Wie bist du dazugekommen und wie ist es dir dabei ergangen?

Ich war auch in Deutschland schon selbstständig als Floral Designerin, dort jedoch eher mit dem Fokus auf Hochzeiten. Hier habe ich das Ganze dann neu definiert, damit es auch mit meinem Hauptfokus auf die Familie zusammenpasst, und ich habe mich für einen Schwerpunkt auf einen Online-Shop entschieden und auf Interior Design Konzepte für Unternehmen. Das Set-up des Business an sich war relativ easy.

Was eher schwierig war, war dann, als Floral Designerin ohne „offiziell anerkannte floristische Berufsausbildung“ beim Grosshandel an eine Mitgliedskarte zu kommen. Da habe ich das Schweizer System eher als engstirnig und konservativ erlebt. Meiner Meinung nach haben sich die Zeiten geändert, so dass man gerade im Bereich der Kunst eine Selbstständigkeit sollte ausüben dürfen, auch ohne über den konventionellen Weg der staatlich anerkannten Berufsausbildung gehen zu müssen.

7. Wie habt ihr die Kinderbetreuung geregelt?

Das Mama sein ist tatsächlich nach wie vor mein Hauptfokus. Ich arbeite meist erst für mein Business, wenn unsere Kinder schlafen. Für grössere Projekte unterstützt mich mein Mann sehr und ebenso meine Schwiegereltern sind uns eine grosse Unterstützung.

8. Wie findest du das Betreuungsangebot und die Möglichkeiten für das Leben mit Kindern in der Schweiz?

Eins unserer Kinder geht täglich jeweils vormittags in die Kita. Mit der Kita sind wir super zufrieden, jedoch zahlt man dafür monatlich einen stolzen Preis von CHF 2’000 (ca. 1‘800 €).

Möglichkeit für Familien mit Kindern bieten sich jedoch davon abgesehen unzählige. Bespielsweise haben wir auch ein Jahres-Abo beim Züricher Zoo, der unweit von uns entfernt liegt. Da sind wir manchmal sogar mehrfach die Woche, weil er so viel bietet und die Kids es einfach lieben.

9. Was vermisst du an oder aus Deutschland?

Die lockere Art und den rheinländischen Humor. Dafür ist ja gerade auch meine Heimat, Düsseldorf, bekannt für.

10. Könnt ihr euch vorstellen, wieder nach Deutschland zurückzukehren?

Tatsächlich ja, aber nur für eine begrenzte Zeit, falls es beruflich attraktiv wäre, ansonsten zieht uns wenig zurück.

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11. Was kann Deutschland von der Schweiz lernen?

Vielleicht etwas mehr den freundlichen und zuvorkommenden Umgangston. Ebenso die Wertschätzung der Arbeit, sei es von Handwerkern, Künstlern oder anderen Kleinunternehmen – es wird viel Wert auf hohe Qualität gelegt, was ich schön finde. Weiter könnte sich Deutschland vielleicht etwas vom Modell der direkten Demokratie der Schweiz abschauen.

12. Kann die Schweiz auch etwas von Deutschland lernen und falls ja, was?

Definitiv, ich vermisse z.B. bis heute das grosse Sortiment an Lebensmitteln, das ich etwa in einem guten Edeka in Deutschland vorfinde. Oder das Konzept von guten, grossen Drogeriemärkten. Das Vermissen treibt mich tatsächlich bis heute ab und zu an die Schweizer Grenze für einen Einkauf. Natürlich aber nur in Non-Pandemie Zeiten… 😉

Ergänzung vom 15. Juni 2021:

Mittlerweile gibt es mehrere Interviews mit Deutschen, die in die Schweiz gezogen sind auf meinem Blog. Hier gelangst du zur Übersicht.

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Christian der Auswanderluchs

 

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