Hamsterkäufe in der Schweiz?🇨🇭🐹

Mitte April (2022) war ich zu Besuch bei meinen Eltern in Deutschland. Beim dortigen Einkauf bemerkte ich die durch Hamsterkäufe leer gefegten Regale. In der Schweiz ist dagegen kein Mangel an Waren zu erkennen. Woran liegt es?
Sonnenblumenöl und Mehl werden in Deutschland gehamstert
Sonnenblumen- und andere Pflanzenöle, Senf und Weissmehl waren in den Supermärkten meiner Heimatregion nicht zu haben. Völlig verdutzt fragte ich in meiner Ahnungslosigkeit die Verkäuferin, ob das Mehl umgeräumt wurde. «Nein, wir haben die letzten drei Wochen keines mehr erhalten…»
Der «Südkurier» berichtete schon am 24. März 2022, dass die Regale der Supermärkte in Konstanz, in denen normalerweise Sonnenblumenöl steht, wie leergefegt sind. In der Schweizer Nachbargemeinde Kreuzlingen sind die Regale dagegen voll.
Verbände warnen in Deutschland vor Knappheit
Wie kann es zu diesem Unterschied kommen? Vielleicht liegt es daran, dass verschiedene Verbände, wie beispielsweise der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (Ovid), vor einer Knappheit an Sonnenblumenöl, Getreide und Senfsamen durch den Krieg in der Ukraine warnen. Die Preise könnten durch die Verknappung des Angebotes steigen.
Info: Der ukrainische Anteil des weltweit exportierten Sonnenblumenöls liegt bei 51 Prozent, der Anteil Russlands bei 27 Prozent.
Die «German Angst» könnte ein Grund für diese Hamsterkäufe sein. Denn wirklich rational ist das Ganze ja nicht. Sollten diese drei Waren teurer werden, so hat das kaum einen grossen Einfluss auf das Portemonnaie des Durchschnittsdeutschen.
Weissmehl wird nicht knapp
An eine Verknappung von Weissmehl ist in Deutschland zudem gar nicht zu denken, produzieren die Deutschen doch mehr, als sie selbst benötigen, wie agrarheute.com berichtet. Der Versorgungsgrad beim Weichweizen liegt bei 125 Prozent. Beim Hartweizen sieht es dagegen anders aus. Dieser wird zum Grossteil importiert. Also wenn schon hamstern, dann bitte Teigwaren ;).
Info: Es gibt Bundesreserven, die der Versorgung in Krisenzeiten dienen sollen.
Keine Hamsterkäufe in der Schweiz
Wohl wurde von den Schweizer Detailhändlern eine erhöhte Nachfrage an Teigwaren in der Schweiz festgestellt. Von Hamsterkäufen kann man aber nicht einmal ansatzweise sprechen. Ich habe in den letzten Wochen in der Schweiz keinerlei leeren Regale vorgefunden. Ganz im Gegenteil: Im Aldi Suisse gab es sogar 25 kg Säcke Weissmehl als Aktion zu kaufen.


Beim Sonnenblumenöl ist der Anteil aus heimischer Produktion mit circa 20 Prozent weitaus höher als der 6-prozentige Anteil in Deutschland. Nur rund 10 Prozent des Sonnenblumenöls wird von der Ukraine in die Schweiz exportiert. Die restlichen 70 Prozent stammen aus Tansania, Argentinien und weiteren Staaten. Damit ist die Versorgung durch die Diversifikation der Importländer in der Schweiz relativ sicher.

Wie hoch der Anteil an russichem und ukrainischem Sonnenblumenöl in Deutschland ist, konnte ich leider nicht herausfinden. In allen Berichten über die Abhängigkeit von Sonnenblumenöl-Importen wird lediglich auf die Gesamtimportquote von 94 Prozent verwiesen.
Kluger Rat – Notvorrat
Nichtsdestotrotz: Wie letztens in einem Blogbeitrag geschrieben, haben Tensha und ich einen Notvorrat angelegt. Teigwaren und andere haltbare Lebensmittel gehören da auf jeden Fall dazu.
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