Fachkräftemangel in der Schweiz

Die grösste Herausforderung für die Unternehmen in der Schweiz ist derzeit der Fachkräftemangel. Der Schweizer Arbeitsmarkt kann den Bedarf nicht decken. Zum Glück ist die Schweiz sehr attraktiv für Fachkräfte aus dem Ausland. Die hohen Löhne, die niedrigen Steuern und Abgaben sowie weitere Vorteile erleichtern es den Unternehmen, Fachkräfte aus dem Ausland – zum Beispiel aus Deutschland oder Österreich – anzuwerben.
Welche Fachkräfte fehlen in der Schweiz?
Aktuell sind Ingenieurinnen und Ingenieure, Informatiker/innen, Techniker/innen, Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte sehr gefragt. Aus dem Inland ist der Bedarf nicht zu decken. Es werden zu wenige Personen in diesen Bereichen ausgebildet.
In Zukunft wird sich die Lage nicht wirklich verbessern, prognostiziert doch der Verband ICT-Berufsbildung Schweiz , dass bis zum Jahr 2028 rund 35‘000 IT-Spezialisten fehlen werden. In der Pflege ist die Lage nicht weniger dramatisch. Bis 2030 fehlen voraussichtlich rund 20‘000 ausgebildete Pflegekräfte.
Pflegeinitiative der Schweiz
Die Lage ist so dramatisch, dass in der Schweiz die sogenannte Pflegeinitiative zur Abstimmung gekommen ist. Gefordert wurden in dieser Volksinitiative unter anderem höhere Löhne sowie bessere Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte im Gesundheitssektor.
Doch auch ohne den Einfluss der Pflegeinitiative steigen schon jetzt die Löhne. Die Arbeitsbedingungen – schon jetzt besser als in Deutschland – verändern sich ebenfalls weiter zum Positiven. Bessere Konditionen als in Deutschland wird man in der Schweiz häufig vorfinden.
Aus der Community höre ich oft, wie viel besser es hier für Mitarbeiter/innen im Gesundheitsbereich ist. Bessere Arbeitsbedingungen und die hohen Schweizer Löhne machen das Arbeiten hier attraktiv.
Schweizer Unternehmen werben sich gegenseitig Fachkräfte ab
Letzthin habe ich ein Werbeplakat einer Schweizer Spitalgruppe gesehen, auf dem für Pflegekräfte geworben wird. Auf konventionellem Weg ist der Bedarf anscheinend nicht mehr zu decken. Für die Schweizer Gesundheitsbranche ist das jedoch problematisch, denn so werden Fachkräfte von den Unternehmen untereinander abgeworben. Will die Schweiz hier nachhaltige Besserung, muss die Ausbildung in diesen Berufen attraktiver werden und müssen zusätzlich ausländische Fachkräfte angeworben werden.
Headhunter freuen sich
Headhunter bzw. Personalvermittler freuen sich. Sie werben innerhalb der Schweiz Arbeitskräfte von einem Unternehmen zum anderen ab und erhalten für jede Vermittlung eine Provision. Das Problem des Fachkräftemangels ist damit nicht gelöst, sondern nur ins andere Unternehmen verlagert.
Die Kosten für die Vermittlung des Personals sind nicht unerheblich und werden schlussendlich – im Falle von Pflegekräften – durch die Krankenkassenbeiträge bezahlt. Durch das Anwerben von ausländischen Fachkräften würde dieses Personalvermittlungs-Perpetuum-Mobile durchbrochen und die dadurch entstehenden würden Kosten entfallen.
35‘000 IT-Spezialisten fehlen in der Schweiz
Der Mangel an IT-Fachkräften ist für viele Unternehmen in Europa ein grosses Problem. Auch in der Schweiz ist das so. Es werden Allrounder – für den Support – aber auch Spezialisten gesucht. Zürich entwickelt sich immer mehr zu einem kleinen europäischen Sillicon Valley. Neben Google hat sich jetzt auch Facebook in der grössten Schweizer Stadt niedergelassen. Das Problem des Fachkräftemangel lösen die US-amerikanischen Unternehmen mit dem Geldbeutel. Sie sind bereit, für gute Leute sehr gute Löhne zu zahlen und stechen damit die heimischen Konkurrenten aus.
Deutsche sind bei Schweizer Unternehmen sehr beliebt
Deutsche und Einwanderer aus anderen Ländern sollen den Fachkräftemangel lindern. Fachkräfte aus Deutschland sind sehr gefragt. Sie gelten in der Schweiz als fleissig, gut ausgebildet und diszipliniert. Probleme mit der Sprache gibt es grundsätzlich nicht.
Sprechen (Deutsch-)Schweizer auch einen alemannischen Dialekt, den man als Deutsche/r zuerst schwer versteht, so ist das nach wenigen Monaten kein Problem mehr. Schnell gewöhnt man sich an das Schweizerdeutsche. Sollte eine Verständigung in der Anfangsphase nicht klappen, wechselt der Schweizer ins Hochdeutsche oder man spricht gleich Englisch, was in der IT häufig der Fall ist, da das Personal international ist.
PS: Interessierst du dich für eine Karriere in der Schweiz? Dann findest du hier die Anleitung zum Auswandern in die Schweiz.
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2 Responses
Herzlichen Dank für die immer gut verständliche Art die wesentlichen Dinge auf den Punkt zu bringen. Gibt es auch in pädagogischen Berufen Bedarf? Man konzentriert sich in letzter Zeit generell sehr stark nur auf die IT- Branche oder meist die Pflege.
Hallo Kerstin
Im pädagogischen Bereich gibt es auch Bedarf, jedoch ist der nicht so ausgeprägt. In der IT und dem Gesundheitsbereich herrscht dagegen ein sehr grosser Fachkräftemangel.
Grüsse
Christian