Einkaufen in Deutschland wird teurer für Einkaufstouristen aus der Schweiz

Ab dem neuen Jahr wird das Einkaufen in Deutschland für Schweizer teurer. Der Grund dafür ist die Halbierung der Wertfreigrenze, die der Bund kürzlich beschlossen hat. Ab dem 1. Januar 2025 wird diese Grenze nur noch bei 150 Franken statt wie bisher bei 300 Franken liegen. Das bedeutet, dass bereits ab einem Nettowarenwert von 150 Franken die Schweizer Mehrwertsteuer fällig wird, die direkt am Zoll bezahlt werden muss.
Warum die Änderung?
Der Grund für diese Änderung ist, dass der Bundesrat vom Parlament dazu gedrängt wurde, den sogenannten Einkaufstourismus einzudämmen, um den Schweizer Detailhandel zu stärken. Einfach gesagt sollen die Schweizer vermehrt im Inland einkaufen, anstatt ins Ausland zu fahren.
Der Einkaufstourismus wird nicht zurückgehen
Aus meiner Erfahrung – ich gehe etwa alle sechs bis acht Wochen in Deutschland einkaufen – kann ich sagen, dass sich das Einkaufen in Deutschland bei vielen Produkten (z.B. Lebensmittel) finanziell nicht lohnt. Insbesondere, wenn man den Aufwand, über die Grenze zu fahren und sich in überfüllte Geschäfte zu drängen, berücksichtigt.
Anders sieht es jedoch bei bestimmten Produkten wie Drogerieartikeln aus. Bei Waren wie Waschmittel, Seife, Make-up oder Hygieneartikeln gibt es teils erhebliche Preisunterschiede. Der Einkaufstourismus im Hinblick auf diese Produkte wird sich durch die Senkung der Wertfreigrenze kaum ändern. Die Preise für diese Waren sind oft deutlich günstiger. Hier vier Beispiele:
| Produkt | Preis Schweiz | Preis Deutschland | Preis DE in CHF |
| Perwoll Feinwaschmittel | 23.00 CHF für 2,6 L (8.85 CHF/1 L) | 6,75 EUR für 1,35 L (5,00 EUR/1 L) | 6.34 CHF (4.70 CHF/1 L) |
| Persil Color Kraft-Gel | 12.95 CHF für 0,9 L (14.39/1 L) | 4,99 EUR für 0,9 L (5,54 EUR/1 L) | 4.69 CHF (5.21 CHF/1 L) |
| Nivea Pflegeseife | 3.50 CHF für 0,25 L (14.00/1 L) | 1,79 EUR für 0,25 L (7,16/1 L) | 1.68 CHF (6.73 CHF/1 L) |
| Ibuprofen 400 mg | 8.95 CHF für 10 Stück | 1,99 EUR für 10 Stück | 1.87 CHF für 10 Stück |





Höhere Einnahmen durch die Mehrwertsteuer
Ich erinnere mich noch gut daran, als ich neu in die Schweiz war und erfuhr, dass man bis zu einem Nettowarenwert von 300 Franken keine Mehrwertsteuer zahlen muss – weder die schweizerische noch die deutsche. Anfangs konnte ich es kaum glauben.
Angesichts dessen kann ich verstehen, warum der Staat diese Regelung anpasst. Wenn man ins Ausland fährt und sich die dortige Mehrwertsteuer erstatten lässt, ist es nur logisch, dass man zumindest in der Schweiz eine Steuer entrichten muss.
Längere Wartezeiten an der Grenze
In Zukunft wird es wahrscheinlich zu längeren Wartezeiten an der Grenze kommen. Wie bisher werden die Leute, die vom Einkaufen zurückkehren, ihr Auto an der Grenze parkieren, zum deutschen Zoll gehen und den Ausfuhrschein abstempeln lassen. Neu ist jedoch, dass sie danach nicht direkt weiterfahren können, sondern noch zum Schweizer Zoll müssen, um dort die fällige Mehrwertsteuer zu bezahlen.
Allerdings gibt es auch eine digitale Lösung. Über die App «QuickZoll» des Schweizer Zolls ist es möglich, Waren vorab anzumelden und die Mehrwertsteuer direkt in der App zu bezahlen. Dadurch kann man sich den Gang zum Schweizer Zoll sparen und Zeit an der Grenze einsparen.
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