Deutschland trotz Corona 🇨🇭🇩🇪

Reisen nach Deutschland sind, seitdem die komplette Schweiz in Deutschland als Risikogebiet gilt, für in der Schweiz wohnhafte Personen zur Zeit nicht so leicht oder überhaupt nicht möglich – es sei denn, man begibt sich nach der Einreise in eine 10-tägige Quarantäne. Jedoch gibt es einige Ausnahmen von dieser Regel. Aus wichtigen familiären Gründen dürfen Verwandte 1. und 2. Grades für maximal 72 Stunden besucht werden. Auch zum Einkaufen darf man aus an Deutschland angrenzenden Kantonen für maximal 24 Stunden über die Grenze.
Reise nach Deutschland
Bei einer Reise nach Deutschland (gilt nicht für die 24 Stunden) muss man sich vor der Einreise bei der deutschen Gesundheitsbehörde anmelden. Das erfolgt online, wobei man Schritt für Schritt durch das Formular geleitet wird. Abgefragt werden etwa die Zieladresse, wo man sich für die Zeit des Besuches in Deutschland aufhalten wird, sowie die Kontaktdaten. Mehr als fünf Minuten dauert die Anmeldung nicht; das haben die deutschen Behörden wirklich gut gelöst.


Unterschiede bei den Corona-Massnahmen Schweiz – Deutschland
Vielleicht aber noch ein paar Worte zur unterschiedlichen Handhabung der Corona-Krise in Deutschland und der Schweiz: Während in Deutschland harte Massnhamen getroffen werden, geht es in Zürich und vielen Kantonen der Schweiz vergleichsweise recht locker zu und her.
Nachdem in der ersten Welle noch ein härteres Regime galt und der Bund die „ausserordentliche Lage“ gemäss Epidemiegesetz erklärte, gilt nunmehr in der zweiten Welle nur noch die „besondere Lage“: Damit haben die Kantone wieder mehr Mitspracherecht bei den Massnahmen. In gewissen Bereichen können sie auch selber wieder Entscheide zur Eindämmung des Virus treffen. Dementsprechend gibt es derzeit grosse kantonale Unterschiede bezüglich der angeordneten Massnahmen.
Im Kanton Zürich etwa sind Restaurants und Vergnügungsbetriebe weiterhin geöffnet. In den französischsprachigen Kantonen gelten wieder Anordnungen wie während des Lockdowns mit beispielsweise geschlossenen Restaurants, Bars und Clubs. Schweizweit gilt allerdings einheitlich, dass – wie auch in Deutschland – im ÖV, in Geschäften und öffentlichen Einrichtungen Hygienemasken getragen werden müssen und man – wenn immer möglich – im Homeoffice arbeiten soll.
Für 72 Stunden nach Deutschland
Los ging’s also kürzlich Richtung Deutschland zum Familienbesuch: Sohn und Eltern – Verwandte ersten Grades! – sollten besucht werden. Ich durfte 72 Stunden ins Land reisen und füllte dafür selbstverständlich pflichtgemäss vor der Abfahrt das Online-Formular aus. Mit dem Auto ging es von Wallisellen aus in Richtung Schaffhausen und von da über den Grenzübergang Thayngen/Bietingen nach Deutschland. Die beiden deutschen Zöllner haben alle vor mir fahrenden Fahrzeuge und auch mich nach kurzem Blick ins Auto durchgewunken. Komplett problemlos. Ich hätte da ehrlich gesagt strengere Kontrollen erwartet.
Bei der ersten Pause auf einer Autobahnraststätte fiel mir dann aber der Unterschied zwischen den Corona-Massnahmen in Deutschland und derjenigen im Kanton Zürich auf: Nur die Tankstelle hatte geöffnet, das Restaurant war geschlossen. Schade, dann also kein Frühstück in der Raststätte. Immerhin gab es aber ansonsten keine weiteren Auffälligkeiten: Niemand störte sich an dem aus einem Risikogebiet stammendem Fahrzeug samt Fahrer – weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt.
Tensha darf nicht mit
Alles kein Problem also? Würde meine dreijährige Tochter, der Gremlin, so nicht unterschreiben: Seit Wochen „vormisst“ sie ihren Bruder. Zwar dürfte sie ihn als Verwandte ersten Grades besuchen und mit mir auf die Reise und den 72-Stunden Familienbesuch kommen. Tensha allerdings darf unter den geltenden Bestimmungen nicht mitkommen. Zwar beteuerte Gremlin, dass sie ohne Mami reisen würde, aber ganz glauben konnten wir das nicht, also blieben die beiden zuhause. Unschön, aber nicht ganz schlimm. Das wird es erst, wenn die Regelung für Weihnacht/Neujahr keine Lockerung erfährt und wir dann nicht gemeinsam nach Deutschland reisen können.
Übrigens können wir auch nicht einfach meinen Sohn für die Weihnachtstage in die Schweiz holen: Auch er müsste natürlich nach einem Aufenthalt im Corona-Risikoland Schweiz für zehn Tage in Quarantäne. Die bevorstehen Weihnachten hängen also bei uns noch ziemlich in der Luft…
Wie bringst du Weihnachten 2020 corona-konform über die Bühne? Allenfalls sogar mit „Grenzüberschreitungen“?
- 7 Finanzgewohnheiten, die dich langfristig reich machen - 13. Dezember 2025
- Die Nachteile der Schweiz 2025 🇨🇭😳 | Auswandern - 24. November 2025
- 6 Dinge, die Deutsche über die Schweiz wissen sollten 🇨🇭🇩🇪 - 14. November 2025











