Deutsches Bankkonto mit Schweizer Wohnsitz? 🇩🇪🏦

Immer wieder werde ich gefragt, ob man sein deutsches Bankkonto behalten darf, wenn man von Deutschland in die Schweiz auswandert. Kurz gesagt: Ja, das darf man. Wichtig ist nur, die Bank zu informieren. Eine andere Frage ist aber: Benötigt man als Deutsche/r überhaupt noch ein deutsches Bankkonto, wenn man in der Schweiz lebt?
Umzug in die Schweiz
Als ich im September 2016 von meiner Heimat in Nordrhein-Westfalen in die Schweiz gezogen bin, hatte ich noch ein Girokonto bei der örtlichen Sparkasse. Ich war damals auch unsicher, wie die Sparkasse reagieren würde, wenn sie von meinem Umzug in die Eidgenossenschaft erfahren würde. (Damals wollte ich mein Sparkassen-Konto um jeden Preis behalten, heute bin ich froh, dass ich es los geworden bin ;-))
Meine Bedenken waren allerdings unbegründet. Ich musste lediglich meine neue Schweizer Adresse angeben. Fortan kam die Post immer direkt in die Schweiz. Der Briefverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz läuft übrigens reibungslos. In der Regel sind die Briefe nach zwei Tagen beim Empfänger im Brief- oder Postkasten. Je nach Land ;-).
Deutsches Tagesgeldkonto und Depot bei Umzug in die Schweiz
Auch mein Tagesgeldkonto und mein Wertpapierdepot, beide bei einer niederländischen Direktbank, konnte ich problemlos weiterführen. Auch hier habe ich natürlich meine neue Adresse hinterlegt. Mit der Adressänderung einher kommt von Seiten der Bank die Frage, wie es mit der steuerlichen Ansässigkeit ist. Da mein Lebensmittelpunkt ab dem Zeitpunkt des Umzuges in der Schweiz war und es immer noch ist, bin ich nur hier steuerpflichtig[1].
Das bedeutet, dass ich keine Kapitalertragssteuer in Deutschland zahlen muss. Erträge wie etwa Zinsen und Dividenden werden nur hier in der Schweiz besteuert. Für mich war das allerdings nie ein Thema, denn den weitaus grössten Teil meines Vermögens habe ich hier in der Schweiz. Mein deutsches Wertpapierdepot besteht zwar, aber ich habe dort keine Papiere liegen. Da das Wertpapierdepot gratis ist, sehe ich keinen Grund, es zu schliessen.
Vielleicht werde ich es in Zukunft nutzen, um für meine Kinder ETFs (passiv gemanagte Aktienfonds) zu kaufen. Denn gerade für kleinere Investitionsbeträge sind die Gebühren bei Schweizer Banken zu hoch. Bei meinem Schweizer Broker, Swissquote, lohnt sich ein ETF-Kauf erst ab 500 Schweizer Franken. In Deutschland dagegen, kann man schon ab 25 € pro Monat über einen Sparplan in Wertpapiere investieren.
Deutsches Konto bei der DKB für Schweizer
Mein Sparkassenkonto habe ich mittlerweile geschlossen. Der gebotene Service hat mir einfach nicht mehr gepasst. Da ich trotzdem noch gerne ein deutsches Konto haben möchte, bin ich, neben dem Tagesgeldkonto, auch beim Girokonto zur Onlinekonkurrenz gewechselt.
Das neue deutsche Konto bei der DKB habe ich bequem per Videoidentverfahren von zuhause eröffnet. Die Maestrokarte und die kostenlose Kreditkarte wurden mir innerhalb von einer Woche in die Schweiz geschickt. Der Aufwand betrug nur wenige Minuten; eine echt einfache Angelegenheit. Falls du meinen Blog unterstützen möchtest, kannst du gerne diesen für dich kostenlosen Affiliate Link nutzen: DKB-Konto*
Mein Tipp für günstige Wechselkurse
Zum Abschluss noch ein Tipp, wie du besonders günstig deine hart verdienten Franken in Euros oder sonstige Währungen tauschen kannst: Ich nutze das Multiwährungskonto von WISE dafür. Ich überweise in regelmässigen Abständen eine gewisse Summe Schweizer Franken auf mein Konto bei WISE. Innerhalb der App tausche ich dann den gewünschten Betrag in Euros um. Mit der giftgrünen WISE-Debitkarte bezahle ich dann meine Einkäufe in Deutschland oder anderen Ländern.
[1] Keine Steuerberatung 😉
- Die Schweiz zeigt, wie einfach Sparen sein kann - 8. Februar 2026
- Jubiläumsrente: 348 Millionen Franken extra für Schweizer - 30. Januar 2026
- Aktien kaufen direkt bei Zak: Erfahrungsbericht Zak Invest - 19. Januar 2026













12 Responses
Kurze Frage,
da ich kein Bock auf Degiro habe, kann ich doch weiterhin mein DKB Konto und Depot nutzen um dort ETF etc. zu kaufen und gebe es dann einfach bei der Steuererklärung an oder?
Oder ist das ein Problem wegen dem Euro Kurs?
Bin einfach mega happy gewesen bei der DKB und finde die Gebühren in der Schweiz sau hoch.
Hallo Fabian
Ja, das kannst du weiterhin so machen. Ich nutze für mein Zweitdepot ebenfalls die DKB.
Überweisungen würde ich per WISE machen: https://auswanderluchs.ch/wise-ausfuehrlicher-erfahrungsbericht/
Grüsse
Christian
Wenn ich Aktien oder ETFs aus dem Depot dann verkaufe, die ich in Deutschland angekauft / angespart habe, fällt somit in der Schweiz keine Kapitalertragssteuer an und ich bin gleichzeitig in Deutschland auch nicht mehr steuerpflichtig?
In der Regel fällt in diesem Fall keine Steuer an. Allerdings gibt es einige Faktoren, die beachtet werden müssen, wie z. B. der Wohnsitz, das Depotland oder mögliche Sonderregelungen. Am besten klärst du das individuell mit einem Steuerberater.
Hallo Christian
Was gibst Du bei der Abfrage der Startnummer an? Ich finde in der Schweiz die Sogenannte (TIN) Nummer nicht, und mit der „Registernummer“ ist die Sparkasse in D nicht zufrieden.
Hallo Sascha
Ich habe die AHV-Nummer damals bei der DKB angegeben.
Grüsse
Christian
Hallo Christian,
Jepp das haben sie nun Akzeptiert.
Danke
Hi zusammen
ich bin vor 2 Jahren von Deutschland in die Schweiz gezogen und bin happy weiterhin mein DKB Konto zu haben. Nach der Umstellung des Kontos auf die Schweizer Adresse wurde keine Kapitalsteuer für meine Dividende die auf das DKB Konto geht berechnet. Seit 2023 wird mir nun die Kapitalertragssteuer und Soli von der Dividende abgezogen. Weiss jemand warum und wie ich mir diese zurück holen kann?
Danke euch
Hallo Nicole
Hast du die DKB schon dazu befragt? Wenn ja, was war die Antwort?
Kann man in der Schweiz auch einen Freistellungsantrag stellen für Zinsen oder geht das nicht? Lg
Nein, das ist hier nicht möglich.
Frage: ist eine direkte Bezahlung im Euro-Raum (DE) über eine Schweizer (Debit-) Kreditkarte günstiger als sich das Geld in Euro auf ein Wisekonto überweisen zu lassen und mit der Wise-Kreditkarte zu zahlen?
Folgende Gedanken habe ich mir gemacht:
Neobank neon-Bank (Onlinebank der Hypothekarbank Lenzburg): bei Bezahlung mit der gratis Debit-MasterCard ohne Fremdwährungsgebühren ausdrücklich den fairen Mastercard-Referenzkurs, so dass damit eine direkte Bezahlung in Euro-Raum gänzlich ohne weitere Gebühren daherkommt und eine Vorabüberweisung auf ein deutsches/EU-Bankkonto mittels Wise (welches auch noch Gebühren kostet) nicht notwendig ist.
Radicant (Onlinebank der BLKB): die Nutzung des Mastercard-Referenzkurses (z. B. neonbank) ergibt einen Gesamtaufschlag von etwa 0,40 %, während die Neobank Radicant Debit-Kreditkarte gar keinen Aufschlag erhebt (auch keine Fremdwährungsgebühren)
Migros Cumulus Kreditkarte: ist eine klassische (also Non-Debit) Visa-Kreditkarte („Cumulus“) ohne Fremdwährungsgebühren an, aber der Umrechnungskurs von CHF in EUR ist extrem ungünstig und der Einsatz ausserhalb der Schweiz lohnt daher nicht.
Wer beim Einkauf nicht mit einer Kreditkarte zahlt und EUR auf einem Bankkonto angewiesen ist, fährt mit Wise natürlich gut.
Wie weit ist mein Gedankengang nachvollziehbar?