Ärzte – Schweizer Abhängigkeit vom Ausland

Wer in der Schweiz zum Arzt muss, wird häufig keine Schweizerdeutsch-Kenntnisse benötigen, denn gefühlt ist jeder zweite Arzt aus Deutschland. Was zieht die deutschen Ärzte in die Schweiz?
Ärzte in der Schweiz
38‘502 Ärzte gibt es in der Schweiz (Stand: 2020). Mehr als ein Drittel davon (14’386) haben ihr Medizinstudium im Ausland abgeschlossen. Der Grossteil dieser Ärzte (7’566) hat sein Diplom in Deutschland erlangt. An zweiter Stelle, aber weit abgeschlagen, kommen die Ärzte aus Italien (1‘304). Ärzte mit französischem Diplom folgen auf dem dritten Platz (1‘016).
Aus Österreich kommen 870 Ärzte. Damit steht Österreich auf dem vierten Platz. Im Verhältnis zur Bevölkerungsgrösse Österreichs stellen die Österreicher einen bemerkenswert grossen Anteil.
Zum Vergleich: In Deutschland haben lediglich 11.5% der Ärzte ihr Medizinstudium im Ausland abgeschlossen.
Warum gibt es so viele deutsche Ärzte in der Schweiz?
Die Schweiz bildet nicht genügend Ärzte aus. Der Bedarf kann somit nicht aus dem eigenen Land gedeckt werden. Für die Schweiz ist das jedoch kein grosses Problem, denn sie ist attraktiv für Fachkräfte aus dem Ausland; bei deutschen Ärzten anscheinend ganz besonders. Mich wundert das nicht ;).
Die vielen Vorzüge der Schweiz habe ich bereits in Beiträgen hervorgehoben. Den meisten Einfluss auf die Entscheidung, als deutscher Arzt in die Schweiz auszuwandern, werden die (fast) gleiche Sprache, der höhere Lohn, die niedrigen Steuern und Abgaben sowie die höhere Lebensqualität im Allgemeinen haben. Die viel niedrigeren Einkommensteuern und Sozialabgaben führen insbesondere bei Gutverdienern – zu denen Ärzte zweifelsfrei gehören – zu einer grossen finanziellen Entlastung.
Info: Der Medianlohn eines Assistenzarztes in der Schweiz liegt bei rund 95’000 Franken pro Jahr. Regional gibt es Unterschiede. So sind beispielsweise die Löhne in Zürich deutlich höher als in ländlichen Regionen.

Bessere Arbeitsbedingungen
Abseits des Geldes gibt es selbstverständlich weitere Vorzüge für Ärzte in der Schweiz. So sind die Arbeitsbedingungen für Ärzte in der Schweiz besser als in Deutschland. Die Klinikbudgets sind gross, die Hierarchien flacher und es gibt insgesamt weniger administrativen Aufwand. Das kommt nicht nur den Ärzten zugute, sondern auch ihren Patienten.
Der Kinderarzt meiner Tochter – ein Professor aus Tübingen – weist auf die anderen Umstände in der Schweiz auch immer gerne hin: „Haben sie noch ein Anliegen, über das Sie sprechen möchten? Wir haben genug Zeit. Schliesslich sind wir hier nicht in Deutschland…!“
Insgesamt ist das Ganze eine Win-Win-Situation: Die deutschen Ärzte freuen sich über die Vorzüge, die ein Leben in der Schweiz bietet und die Schweiz schliesst die Versorgungslücke an Ärzten.
Ausbildungsinitiative
Die Abhängigkeit vom Ausland ist zwar derzeit kein Problem, denn einen ausgeprägten Ärztemangel gibt es in der Schweiz nicht. Dennoch möchte die Schweizer Politik hier etwas gegensteuern. 2016 hat der Bundesrat eine Anschubfinanzierung für die Schaffung neuer Studienplätze in der Höhe von 100 Millionen Franken beschlossen. Dadurch sollen die Schweizer Universitäten mehr Studienplätze schaffen. Die Zahl der jährlichen Medizinstudium-Absolventen soll von 900 auf 1‘300 erhöht werden.
Als Arzt in die Schweiz auswandern
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