Als Chemikant in der Schweiz arbeiten 👨🔬🇨🇭

Ich bin 2016 als Chemikant in die Schweiz ausgewandert. Wie ich das gemacht habe, und worauf Chemikanten in der Schweiz achten sollten, zeige ich im heutigen Beitrag.
Chemikant in der Schweiz
Den Ausbildungsberuf Chemikant gibt es in der Schweiz nicht. Hier heisst der sehr ähnliche Lehrberuf „Chemie- und Pharmatechnologe“. Das ist quasi eine Mischung aus den deutschen Ausbildungsberufen Chemikant und Pharmakant. Trotzdem werden Stellen in der Schweiz häufig für Chemikanten ausgeschrieben.
Das liegt zum einen daran, dass es relativ viele deutsche Chemikanten in der Schweiz gibt und zum anderen daran, dass sich auch stellensuchende Chemikanten aus Deutschland angesprochen fühlen sollen.

Job finden als Chemikant in der Schweiz
Freie Stellen für Chemikanten werden in den grossen Schweizer Jobportalen und auf den firmeneigenen Webseiten veröffentlicht. Ich habe damals, als ich meine Auswanderung plante und nach einem Job in der Schweiz gesucht habe, diese beiden Möglichkeiten genutzt.
Manche Firmen haben nur auf ihrer eigenen Webseite freie Stellen ausgeschrieben. Andere Unternehmen veröffentlichen Stellenangebote zusätzlich in Jobportalen oder geben es weiter an Personalvermittler.
Verdienst als Chemikant in der Schweiz
Der zu erwartende Lohn ist – wie immer in der Schweiz – abhängig von Region, Unternehmensgrösse, Lebensalter, Berufserfahrung und Qualifikation (z.B. Weiterbildungen). Das Schweizer Bundesamt für Statistik hat einen Lohnrechner ins Netz gestellt.
Hier kannst du deine persönlichen Daten und die Daten zum Unternehmen eingeben und dir deinen möglichen Lohn bzw. den Lohnrahmen anzeigen lassen. Zudem gibt es auf jobs.ch – der grössten Karriereplattform der Schweiz – eine Lohndatenbank.

Schichtmodelle in der Schweiz
Schichtarbeit ist in der Schweiz wie in Deutschland recht häufig in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Schichtmodelle gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Spätestens am Vorstellungsgespräch würde ich nach dem Modell und den Schichtzulagen fragen.
Die Schichtzulagen unterscheiden sich ebenfalls von Unternehmen zu Unternehmen. Bei meinem letzten Arbeitgeber beliefen sich meine Schichtzulagen bei Teilkonti-Schicht auf durchschnittlich 1‘200 Franken pro Monat (ohne Feiertagszulagen). Diese werden wie der „normale“ Lohn versteuert. Steuerfreie Schichtzulagen wie in Deutschland gibt es hier in der Schweiz nicht.
Tarifverträge gibt es nicht
Grossflächige Tarifverträge gibt es in der Schweiz eher selten und wenn, dann heissen sie Gesamtarbeitsverträge oder kurz GAV. In den Firmen, bei denen ich Bewerbungsgespräche hatte, gab es sogenannte Lohnbänder, also keine festen Entgeltgruppen. Der Rahmen dieser Lohnbänder kann gross sein. Zum Beispiel für Facharbeiter: 66‘000 bis 110‘000 Franken an Jahreslohn.
Innerhalb dieser Lohnbänder wird dann anhand der Qualifikation, des Alters usw. der entsprechende Lohn bestimmt. Verhandeln kann man bzw. muss man natürlich auch. Da ist jeder seines Glückes Schmied.
Regionen mit Chemie- und Pharmaindustrie in der Schweiz
Der Chemie- und Pharmahotspot der Schweiz ist Basel. Aber auch im Aargau und der Zentralschweiz gibt es viele interessante Firmen. In allen anderen Kantonen gibt es aber auch vereinzelt Firmen – teilweise sogar grosse und stark expandierende, wie zum Beispiel die Lonza AG im Wallis.
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