Checkliste zum Einwandern in die Schweiz ✅🇨🇭

Den wichtigsten Punkt führe ich als Erstes auf: Informiere dich so gut es geht über die Schweiz und die Schweizer Kultur. Da du gerade diesen Artikel liest, bist du schon auf einem guten Weg ;-). Auf YouTube und Instagram findest du mich ebenfalls. Wenn es um meinen Alltag und nützliche Tipps für die Schweiz geht, ist mein Instagram-Account als Informationsquelle die beste Wahl. Zudem gibt es für unsere Community seit einigen Wochen die Facebook-Gruppe „Leben in der Schweiz als Auswanderer“. Hier sind alle willkommen, die sich für die Schweiz interessieren.
Besonders freut es mich, dass viele Schweizerinnen und Schweizer der Gruppe beigetreten sind
Besonders freut es mich, dass viele Schweizerinnen und Schweizer der Gruppe beigetreten sind. Hier helfen wir uns gegenseitig bei Fragen zu den verschiedensten Themen. Für diejenigen von euch, die gerne Bücher lesen kann ich „Gebrauchsanweisung für die Schweiz“* von Thomas Küng sehr empfehlen. Dieses Buch habe ich damals von Tensha geschenkt bekommen. Sie als Schweizerin wusste, vor welche kleinen und grossen Herausforderungen ich als Deutscher in der Schweiz gestellt sein würde. So viel zur Theorie – auf zum nächsten Punkt.


Schweiz bereisen und eigene Erfahrungen sammeln
Nachdem du dich ausgiebig über die Schweiz und die hiesigen Gepflogenheiten informiert hast, geht es in die Praxis; Bereise die Schweiz – nicht nur einmal, sondern öfters. Gehe auch zu nicht touristisch erschlossenen Orten. Einige Besuche in Cafés oder Restaurants würde ich ebenfalls empfehlen. Versuche, kleine Gespräche in Gang zu bringen und Small Talk zu betreiben, um herauszufinden, ob dir der Umgang hier behagt. Nicht jeder – wie in anderen Ländern auch – wird natürlich darauf anspringen, aber davon darf man sich nicht entmutigen lassen. Schon oft kam ich mit Schweizern in alltäglichen Situationen ins Gespräch.
Meistens sogar, weil sie mich angesprochen haben :D. Die Schweizer/innen sind, wenn man sie etwas fragt, in der Regel nett und hilfsbereit. Manchmal – eher in ländlicheren Regionen – passiert es einem aber wie gesagt auch, dass man von den Schweizern selbst „angehauen“ (angequatscht) wird. Kürzlich am Silvester stand ich bspw. etwas ratlos vor dem Sekt-Regal im Coop, da sprach mich ein Schweizer an und klärte mich über den – seiner Meinung nach – besten Sekt auf… Als besonders typisch für die Schweiz würde ich das nicht unbedingt bezeichnen, aber es kommt vor. (Tensha quatscht allerdings auch häufig Leute an ;-))





Familie und Freunde
Familie und Freunde werden unter Umständen weit entfernt und nicht einfach mal schnell zu besuchen sein. Das ist meiner Meinung nach eine der grössten Schwierigkeiten bei der Auswanderung in die Schweiz. Wahrscheinlich ist dies auch der häufigste Grund, weshalb Auswanderer in der Schweiz unglücklich sind. Wenn man alleine ist und in die Schweiz zieht und sich ein komplett neues soziales Umfeld schaffen muss, ist das eine sehr grosse Herausforderung.
Das braucht Zeit und wird Energie kosten. Gerade in eher urbanen Regionen oder wenn man jünger ist, wird es einem leichter fallen. Um möglichst schnell neue Kontakte in der Schweiz zu finden, empfiehlt es sich, Vereinen beizutreten oder sich nach Facebook-Gruppen umzuschauen. In Facebook-Gruppen gibt es immer wieder Aufrufe zu gemeinsamen Treffen.

Regionale Unterschiede beachten (Sprache, Kosten, Jobmöglichkeiten)
Regionale Unterschiede kennen wir auch aus Deutschland. In der Schweiz sind diese jedoch viel grösser. Am deutlichsten wird das bei der Sprache. In den meisten Regionen der Schweiz wird ein Schweizerdeutscher Dialekt gesprochen. Es gibt aber auch Regionen, in denen Italienisch, Französisch oder sogar Rätoromanisch gesprochen wird. Da du meinen Blog liest, gehe ich davon aus, dass du dich für die Deutschschweiz interessierst ;-).
Dazu gibt es noch etwas Weiteres zu beachten, nämlich, dass sich auch innerhalb der Deutschschweiz die Sprache deutlich unterscheidet. Es gibt nicht „das Schweizerdeutsche“. Vielmehr gibt es verschiedene Dialekte der alemannischen Sprache in der Schweiz. Die Sprache, die in Zürich gesprochen wird, unterscheidet sich klar von derjenigen, welche in Bern gesprochen wird – obwohl Bern und Zürich nur eine Autostunde voneinander entfernt liegen.
Ein weiterer Punkt betreffend regionalen Unterschiede in der Schweiz ist finanzieller Natur. Einkommensteuern und Lebenshaltungskosten unterscheiden sich regional viel stärker, als wir es aus Deutschland kennen. Dienstleistungen sind in Grenznahen Kantonen oft viel günstiger als zum Beispiel in und um Zürich. Eine 4½-Zimmerwohnung in der Stadt Zürich kostet etwa 3’000 sFr. pro Monat. Für eine gleichwertige Wohnung zahlt man in Schaffhausen oft nur 2’000 sFr. pro Monat. Bei der Besteuerung der Einkommen ist zu beachten, dass sie vom Wohnort abhängt. Bei Quellensteuerpflichtigen bestehen die Unterschiede nur aufgrund des Kantons, bei der regulären Besteuerung ist die Höhe der Steuer sogar abhängig von der Gemeinde.


Mehrsprachigkeit – in vielen Bereichen gefordert
Wer in die Schweiz auswandern möchte, muss sich bewusst sein, dass Mehrsprachigkeit hier fast die Norm ist. Es gibt vier Amtssprachen in der Schweiz: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Englisch (und nicht selten auch Spanisch!) ist als internationale Verkehrssprache ebenfalls von grosser Bedeutung.
Schweizerinnen und Schweizer haben aufgrund der Schulpflicht immer Kenntnisse von mindestens einer Fremdsprache. Sehr häufig sprechen sie eine oder mehrere Fremdsprachen fliessend. In vielen Branchen wird von Bewerberinnen und Bewerbern Mehrsprachigkeit gefordert. So wird etwa im kaufmännischen Bereich nicht selten verlangt, dass man neben dem Beherrschen des Deutschen in ein bis zwei Fremdsprachen „verhandlungssicher“ sein, also die Sprache/n sehr gut beherrschen soll.
Eigenverantwortung – nichts wird einem geschenkt
In der Schweiz wird Eigenverantwortung gross geschrieben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Kinderbetreuung. Während in Deutschland die Kinderbetreuung stark vom Steuerzahler unterstützt wird, ist dies in der Schweiz nicht so. Tensha und ich zahlen für die Betreuung unserer Tochter (wöchentlich drei Tage) 1’560 sFr. pro Monat.
In Deutschland habe ich für die fünftägige Kinderbetreuung meines Sohnes lediglich 200 € pro Monat zahlen müssen. Der Grund für diesen Unterschied ist die verschiedenartige Besteuerung in den beiden Ländern. Während in Deutschland der Fiskus am Zahltag viel mehr vom Lohn abzieht, bleibt in der Schweiz vom Brutto mehr Netto über. Hierbei sind ebenfalls die regionalen Unterschiede innerhalb der Schweiz zu beachten. In einigen Kantonen wird die Kinderbetreuung stärker unterstützt als im Kanton Zürich, wo ich lebe.
Finanzielles Fundament schaffen – Rücklagen bilden
Einen Notgroschen von mindestens drei Monatsausgaben sollte jeder haben. Das predigt auch mein Bloggerkollege, Thomas der Sparkojote. Wer weiss, vor welchen Herausforderungen man bei einem Umzug in die Schweiz stehen wird. Ein kaputtes Auto, ein erneuter Umzug oder eine grössere Zahnbehandlung können schnell einige tausend Franken kosten. Idealerweise verfügst du über mindestens CHF 12‘000 auf einem Sparkonto. Damit bist du für notfallmässige grössere Ausgaben gut gerüstet. Zinsen gibt es zwar auch hier nicht mehr wirklich, aber das gute Gefühl „flüssig zu sein“ zahlt sich aus.
Der angebotene Lohn muss stimmen
Das Leben in der Schweiz ist kostspieliger als in Deutschland. Deshalb muss der Lohn natürlich auch um einiges höher sein. Doch wieviel Lohn liegt drin? Das ist eine schwierige Frage, die auch mich vor der Einwanderung beschäftigt hat. Ich bin damals so vorgegangen: Nachdem ich verschiedene Bücher, wie zum Beispiel „Gebrauchsanweisung für die Schweiz„* gelesen hatte, war mir klar, dass mein Schweizer Lohn dem doppelten meines bisherigen deutschen Lohns entsprechen muss. Im Internet habe ich mich dann bei verschiedenen Budgetrechnern über die Lebenshaltungskosten in der Schweiz informiert.
Dort bestätigten sich die Aussagen aus den zuvor gelesenen Büchern. Natürlich hat mir auch Tensha sehr geholfen. Durch sie wusste ich aus erster Hand, was zum Beispiel eine Mietwohnung, die Krankenkasse oder eine Zahnarztbehandlung kostet. Nachdem ich mit diesen Informationen meine zukünftigen monatlichen Lebenshaltungskosten ausrechnen konnte, wusste ich, wieviel ich an Nettolohn und damit auch an Bruttolohn haben muss, um meinen gewohnten Lebensstandard halten zu können.
Zusätzlich habe ich mich bei verschiedensten Webseiten über die Löhne in meinem Beruf und meiner Branche informiert. Mit diesen Vorstellungen ging es dann in die Lohnverhandlungen. Bei Lohnverhandlungen weiss man natürlich nie genau, wieviel das Unternehmen bereit ist zu zahlen. Hier kommt es dann auf dein Verhandlungsgeschick an.
Lebensmodell: Partner/in muss arbeiten wollen oder der einzelne Lohn muss dementsprechend hoch sein
Solltest du das Lebensmodell bevorzugen, dass nur ein Partner arbeiten geht und der andere sich um den Haushalt und die Kinder kümmert, ist die Schweiz wahrscheinlich nicht das Land der ersten Wahl. In Deutschland wird dieses Modell von der Politik stark bevorzugt, in der Schweiz hingegen überhaupt nicht. Wenn du möchtest, dass nur ein Partner arbeiten geht und der andere zu Hause bleibt, solltet ihr über ein hohes Einkommen verfügen.
Kulturelle Unterschiede – Die Schweiz ist kein kleines Deutschland
Auch wenn sich die schweizerische und die deutsche Kultur sehr ähnlich sind, gibt es doch Merkmale, die uns stark unterscheiden. Niemals sollte man denken, die Schweiz ist ein kleines Deutschland. Am besten erkennst du die kulturellen Unterschiede an der unterschiedlichen Kommunikation. Wir Deutsche sind viel direkter und kürzer angebunden. Hier findest du einen passenden Blogbeitrag um das zu verdeutlichen.
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