Bussgeldvergleich Deutschland – Schweiz 🇩🇪🇨🇭

Da in Deutschland die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen im Strassenverkehr nicht sehr hoch und damit auch nicht sehr abschreckend sind, nimmt es die oder der durchschnittliche Fahrer/in auch nicht so genau, wenn es ums Tempolimit geht. In der Schweiz sieht es dagegen jedoch ganz anders aus. Für Überschreitungen, bei denen in Deutschland eine dreistellige Busse fällig wird, droht in der Schweiz eine vierstellige Busse und sogar ein Strafverfahren. In ganz krassen Fällen wird sogar das Fahrzeug beschlagnahmt.
Um dir das genauer zu zeigen und dich vor bösen Überraschungen in der Schweiz zu bewahren, vergleiche ich heute mal die verschiedenen Strafen im Strassenverkehr. Aber zuerst mal die allgemeinen Tempolimits: In Deutschland gilt allgemein auf Autobahnen eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, ausserorts 100 km/h und innerorts 50 km/h. Bei einer Richtgeschwindigkeit von 130 km/h auf Autobahnen darf theoretisch so schnell gefahren werden, wie man kann – natürlich den Strassen- und Verkehrsverhältnissen angepasst. Nach meinem Wissen ist das so nur in Deutschland möglich.
In der Schweiz sehen die allgemeinen Tempolimits (hier: „Geschwindigkeitsbegrenzung“) etwas anders aus. Auf Autobahnen gilt grundsätzlich ein Tempolimit von 120 km/h, ausserorts 80 km/h und innerorts, ebenso wie in Deutschland, 50 km/h. Damit liegen die Tempolimits um einiges tiefer als in Deutschland. Niedrigere Höchstgeschwindigkeiten verbunden mit höheren Verwarnungs- und Bussgeldern.
Mit diesen Strafen muss in der Schweiz bei Geschwindigkeitsüberschreitungen gerechnet werden:
| Überschreitung um | Massnahme | |
| Innerorts | 16 – 20 km/h | Verwarnung |
| 21 – 24 km/h | mindestens 1 Monat Entzug der Fahrerlaubnis | |
| über 25 km/h | mindestens 3 Monat Entzug der Fahrerlaubnis | |
| Ausserorts | 21 – 25 km/h | Verwarnung |
| 26 – 29 km/h | mindestens 1 Monat Entzug der Fahrerlaubnis | |
| über 30 km/h | mindestens 3 Monat Entzug der Fahrerlaubnis | |
| Autobahn | 26 – 30 km/h | Verwarnung |
| 31 – 34 km/h | mindestens 1 Monat Entzug der Fahrerlaubnis | |
| über 35 km/h | mindestens 3 Monat Entzug der Fahrerlaubnis |
| Überschreitung um | Innerorts | Ausserorts | Autobahn |
| 1 – 5 km/h | CHF 40 | CHF 40 | CHF 20 |
| 6 – 10 km/h | CHF 120 | CHF 100 | CHF 60 |
| 11 – 15 km/h | CHF 250 | CHF 160 | CHF 120 |
| 16 – 20 km/h | Anzeige | CHF 240 | CHF 180 |
| 21 – 25 km/h | Anzeige | Anzeige | CHF 260 |
| über 25 km/h | Anzeige | Anzeige | Anzeige |
Wichtig zu wissen ist auch, wann ein sogenanntes Raserdelikt in der Schweiz vorliegt. Es liegt vor, sobald die zulässige Höchsgeschwindigkeit wie folgt überschritten wird:
- 30 Zone um 40 km/h
- innerorts um 50 km/h
- ausserorts um 60 km/h
- auf Autobahnen um 80 km/h
Die Folgen sind drastisch: Der Führerausweis wird für mindestens zwei Jahre entzogen. Liegt ein Wiederholungsfall vor, wird der Führerausweis gar komplett eingezogen. Eine Wiedererteilung ist frühestens nach zehn Jahren wieder möglich.
Mit diesen Strafen muss in Deutschland bei Geschwindigkeitsüberschreitungen gerechnet werden:
(Eigentlich gelten in Deutschland seit dem 27. April 2020 höhere Verwarnungs- und Bussgelder. Allerdings werden, bedingt durch einen Formfehler in der neuen StVO-Novelle, diese von den meisten Bussgeldstellen nicht angewandt.) Aufgeführt habe ich deswegen nur die „alten“ Strafen.
| Überschreitung | Innerorts | Ausserorts (inkl. Autobahn) |
| bis 10 km/h | 15 € | 10 € |
| um 11 – 15 km/h | 25 € | 20 € |
| um 16 – 20 km/h | 35 € | 30 € |
| um 21 – 25 km/h | 80 € | 70 € |
| um 26 – 30 km/h | 100 € | 80 € |
| um 31 – 40 km/h | 160 € + 1 Monat Fahrverbot | 120 € + 1 Monat Fahrverbot |
| um 41 – 50 km/h | 200 € + 1 Monat Fahrverbot | 160 € + 1 Monat Fahrverbot |
| um 51 – 60 km/h | 280 € + 2 Monate Fahrverbot | 240 € + 1 Monat Fahrverbot |
| um 61 – 70 km/h | 480 € + 3 Monate Fahrverbot | 440 € + 2 Monate Fahrverbot |
| über 70 km/h | 680 € + 3 Monate Fahrverbot | 600 € + 3 Monate Fahrverbot |
Wie du aus den Tabellen leicht erkenne kannst, kann eine überhöhte Geschwindigkeit im Schweizer Strassenverkehr schnell zu einer sehr empfindlichen Strafe führen. Während in Deutschland die Strafen im Vergleich mit den Schweizer Strafen lächerlich klein sind. Nehmen wir an, dass jemand mit 100 km/h – Toleranz und sonstige Abzüge lassen wir mal weg – innerorts erwischt wird. In der Schweiz wird der Führerausweis für mindestens zwei Jahre eingezogen. Eine Geld- oder Freiheitsstrafe kann ausgesprochen werden. Die Verfahrenskosten müssen gezahlt werden. Zudem kann das Fahrzeug beschlagnahmt und versteigert werden. In Deutschland wird für das gleiche Delikt ein einmonatiges Fahrverbot ausgesprochen und es sind 200 € fällig.
Quellen:
https://www.bussgeldkatalog.org/geschwindigkeitsueberschreitung/ https://www.ch.ch/de/geschwindigkeitsueberschreitungen/
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