Auswandern in die Schweiz: So würde ich heute starten

In diesem Blogbeitrag zeige ich dir, wie ich heute das Auswandern in die Schweiz angehen würde und gebe dir wertvolle Tipps, die ich damals gerne selbst als Einwanderer gewusst hätte.
Am Anfang stehen diese sieben Schritte in die Schweiz:
- Einen Job finden (oder über genügend finanzielle Mittel verfügen)
- Eine Wohnung finden
- Den Umzug organisieren
- Sich in der Gemeinde anmelden
- Ein Bankkonto eröffnen
- Einer Krankenkasse beitreten
- Die letzten Formalitäten regeln
Im Beitrag werde ich auf einzelne Punkte eingehen, um zu zeigen, wie ich meine Auswanderung heute planen und angehen würde. Für eine ausführliche Beschreibung der sieben Schritte in die Schweiz empfehle ich dir die Anmeldung zum Newsletter. Dadurch erhältst du eine Auswandern-Schweiz-Checkliste und eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung. Die Punkte 3, 4 und 7 findest du ebenfalls dort in ausführlicher Ausführung.
Auswandern in die Schweiz: Jobaussichten abchecken
Zu Beginn geht es um die Jobsuche. Wer als Selbständiger oder als Privatier in die Schweiz ziehen möchte, kann diesen Schritt überspringen.
In welchen Regionen gibt es passende Jobs?
Als erstes würde ich überlegen, in welchen Regionen es überhaupt Stellen in deinem Bereich gibt. Besonders spezialisierte Fachkräfte können oft nur in wenigen Regionen passende Stellen finden. Zwei Beispiele für Hotspots spezieller Branchen:
- Chemie und Pharma: Basel, Zug und Aargau
- Finanzen: Zürich und Genf
Sprachliche Überlegungen
Sprachlich sollte man innerhalb der Schweiz darauf achten, dass es vier Landessprachen gibt. Die drei grossen Sprachregionen sind die deutschsprachige Schweiz (die grösste Region), die französischsprachige Schweiz (als zweitgrösste) und das Tessin als italienischsprachige Region. Mit Englisch und der jeweiligen regionalen Landessprache ist man in der Regel ausreichend qualifiziert.
Mehrere Regionen möglich?
Bei der Wahl der geeigneten Region in der Schweiz solltest du – neben dem Stellenangebot – weitere Faktoren berücksichtigen:
- Löhne und Gehälter
- Steuern
- Lebenshaltungskosten
- Natur oder lieber urban?
- Verkehrsanbindung
Hast du die aus beruflicher Sicht möglichen Regionen gefunden, oder ist es so, dass du theoretisch in allen Regionen gleich gute Jobchancen hast, kannst du dir die Regionen genauer anschauen und die für dich richtige Wahl treffen.
Finanzen beim Auswandern in die Schweiz
Ein wichtiger Bereich ist das Finanzielle, bestehend aus Löhnen, Einkommensteuern und Lebenshaltungskosten. Diese Faktoren stehen oft in Beziehung zueinander: In Städten mit hohen Löhnen, wie beispielsweise Zürich, sind auch die Lebenshaltungskosten häufig höher. Umgekehrt sind in Regionen mit niedrigeren Löhnen die Lebenshaltungskosten oft geringer.
In Kantonen mit niedrigen Steuersätzen, wie Zug oder Schwyz, sind dagegen hohe Mieten üblich. Im Gegenzug fallen die Mieten in Kantonen mit einer höheren steuerlichen Belastung meist niedriger aus.
In der Natur oder lieber in der Stadt?
Darüber hinaus würde ich überlegen, ob ich lieber in der Natur in weniger dicht besiedelten Gebieten leben möchte oder das kulturelle Leben und die Nähe zur Stadt bevorzuge.
Ausserdem würde ich immer die Verkehrsanbindung prüfen. In der Schweiz ist das öffentliche Verkehrsnetz mit Bahn, Bus, Tram etc. sehr gut ausgebaut, sodass es für dich eventuell nicht notwendig ist, ein eigenes Auto zu besitzen. Dies gilt nicht nur für die Städte, sondern auch für kleinere Gemeinden. Wenn du also gerne auf das Auto verzichten möchtest, kannst du dich nach einem geeigneten Wohn- und Arbeitsort umschauen. Die Überprüfung ist ganz einfach mit Google Maps oder der SBB-App möglich.
Wohnungssuche in der Schweiz – eine Herausforderung
Die Wohnungssuche muss insgesamt als herausfordernd bezeichnet werden. Die starke Zuwanderung der letzten Jahre führt dazu, dass das Angebot an freien Wohnungen knapp ist. Daher würde ich mir für den Anfang nicht zu viele Gedanken machen und nicht nach der perfekten Wohnung suchen, sondern hauptsächlich erst einmal schauen, dass man eine Bleibe findet, mit der man zufrieden ist.
Wenn du dann erst einmal vor Ort bist, lernst du die Gegend besser kennen und bist vielleicht sogar froh, dass du nicht gleich die Traumwohnung gefunden hast, die du dann unter Umständen wieder verlassen müsstest, weil es dir in der Gegend doch nicht gefällt. Daher rate ich dazu, zunächst eine zufriedenstellende Wohnung zu suchen, anzukommen, die Region kennenzulernen und dann nach der perfekten Wohnung zu suchen.
Umzug in die Schweiz
Sobald der Job und die Wohnung gesichert sind, geht es als nächstes um den Umzug. Ich würde, wenn möglich, ein Umzugsunternehmen beauftragen, da dies Zeit und Nerven spart. Der gesamte Hausstand – mit Ausnahme von gewissen Waren, wie bspw. Alkohol und Tabak – kann zollfrei eingeführt werden, vorausgesetzt alle Gegenstände sind mindestens sechs Monate vor dem Stichtag von dir in Benutzung gewesen.
Um die Küche und die Waschmaschine musst du dich in der Regel nicht kümmern, da diese in der Schweiz in den Wohnungen vorhanden sind. Für Elektrogeräte, die du mitnehmen willst, solltest du Stecker-Adapter vorrätig haben.
Auto mit in die Schweiz nehmen
Grundsätzlich darf das Auto ein Jahr lang in der Schweiz weiterhin mit deutschem Autokennzeichen verwendet werden, sofern die Versicherung aus Deutschland mitspielt. Wenn du dein Auto mitnehmen möchtest, ist es daher wichtig, im Voraus abzuklären, ob die deutsche Versicherung den Versicherungsschutz weiterhin gewährleistet.
Der Umzug muss angemeldet werden und während der offiziellen Öffnungszeiten beim Schweizer Zoll vorgezeigt werden.
Anmelden in der Schweiz
In der Schweiz angekommen hast du 14 Tage Zeit, um dich bei der Gemeinde anzumelden. Häufig kann man sich online einen Termin dafür reservieren.
Folgende Unterlagen werden dafür grundsätzlich benötigt:
- Reisepass (bei EU/EFTA Staatsangehörigen genügt auch der Personalausweis)
- Wohnungsnachweis oder Mietvertrag
- Arbeitsvertrag bzw. Nachweise über Einkünfte/Vermögen
- Zivilstandspapiere im Original (Ehepapiere und Geburtsurkunden der Kinder)
Schweizer Bankkonto eröffnen
Für den Zahlungsverkehr und den Erhalt des Lohns ist es zwingend notwendig, ein Schweizer Bankkonto zu haben. Ein solches Konto kannst du bequem online innerhalb weniger Minuten eröffnen, zum Beispiel bei der Bank, bei der ich bin (Bank Cler; Zak-Konto).
Krankenkasse
Die Krankenkasse ist in der Schweiz obligatorisch. Nach der Ankunft hast du jedoch drei Monate Zeit, um dich über die Angebote der verschiedenen Krankenkassen zu informieren und die passende Wahl zu treffen. Ich persönlich würde darauf achten, keine kleine Krankenkasse zu wählen, auch wenn sie günstige Tarife bietet. Lieber etwas mehr zahlen und auf die Zufriedenheit der Kunden achten, was man leicht im Internet herausfinden kann.
Führerschein, Internet, Versicherungen
Punkt sieben sind die letzten Formalitäten, die noch abgeschlossen werden müssen, wie zum Beispiel den deutschen Führerschein in einen Schweizer Führerausweis zu wechseln. Wie beim Auto hat man auch hier grundsätzlich ein Jahr Zeit. Der Wechsel ist unkompliziert: Du benötigst einen Sehtest, das ausgefüllte Formular, gehst zum jeweiligen Strassenverkehrsamt und gibst deinen deutschen Führerschein ab. Daraufhin erhältst du einen Schweizer Führerausweis.
Des Weiteren solltest du an diese Dinge denken:
- Haftpflichtversicherung
- Hausratversicherung
- Wertpapierdepot
- Mobilfunkvertrag/Prepaid
- Internetanschluss
- Multiwährungskonto
Zum Abschluss noch ein paar Tipps
Zahnarztbesuch: Ich würde, so lange ich noch in Deutschland versichert wäre, unbedingt einen Zahnarztbesuch einplanen und nötige Behandlungen durchführen lassen.
Dokumente: Meine Ausweisdokumente würde ich überprüfen, um sicherzustellen, dass sie nicht bald ablaufen. Wenn ein Reisepass oder Personalausweis nur noch wenige Jahre gültig ist, würde ich ihn erneuern lassen. Das ist einfacher, solange du man in Deutschland ist, als später in der Schweiz, wo man einen Termin beim Konsulat oder der Botschaft in Bern vereinbaren müsste..
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