Zwei Jahre Auswanderluchs

Vor genau zwei Jahren – am 15. Dezember 2019 – gingen der erste Auswanderluchs Blogbeitrag und das erste Video auf YouTube online. Mir selbst kommt es allerdings schon viel länger vor, denn in den zwei Jahren – seit dem ersten Lampenfieber vor dem Start-Video 😉 – ist sehr viel passiert und zwar nicht nur beim Projekt Auswanderluchs und bei mir persönlich, sondern auch in unserer Familie. Es ist deshalb sicherlich der richtige Moment, um auch Tensha über ihre Sicht der (Auswanderluchs-)Dinge berichten lasse.
„Ich mach’ dann mal einen Blog…“
Tensha: Als Christian mir vor zweieinhalb Jahren beschied, dass er gedenke, ein Auswanderluchs zu werden (den Namen hatte er damals natürlich noch nicht), habe ich ziemlich sicher grosse Augen gemacht. Vielleicht habe ich sie auch verdreht oder gerollt oder anderweitige Grimassen geschnitten. Denn ich wusste schlichtweg nicht, wann er neben Job mit Schichtarbeit und Familie in Deutschland und Familie hier noch ein solches „Hobby” pflegen wollte.
Ich wurde beruhigt: Alles sei easy, es wäre ja nur ein Blogbeitrag pro Woche, nur ein Video pro Woche, nur… Selbstverständlich habe ich nie und nimmer geglaubt, dass alles nur easy-peacy werden würde, aber ich merkte, dass der Entscheid bereits gefallen war: Christian wollte das einfach. Unter. Allen. Umständen. Ich gab also meinen Segen – im Wissen darum, dass keine einfachen Monate anstehen würden.
Stressige Zeiten…
Und tatsächlich: Als es dann Mitte Dezember 2019 um den Launch ging, hätte es bei uns turbulenter fast nicht sein können. Eine Woche davor sind wir nämlich in unsere neue Wohnung gezüglet (umgezogen), Weihnachten stand vor der Tür und es galt Gremlins zweiten Geburtstag zu feiern. Ach ja und gearbeitet haben wir auch beide – Christian 100% im Schichtbetrieb, ich 80%. Und dann waren wir also da in dieser neuen, nicht eingerichteten Wohnung, mit fast keinen Möbeln, aber unzähligen unausgepackten Zügelkisten sowie dem ganzen üblichen Umzugsorganisationskram am Hals sowie eben diesem Launch im Nacken.
So eine neubezogene Wohnung bedeutete aber in unserem konkreten Fall noch ein paar weitere ganz praktische Probleme: So hatten wir etwa buchstäblich keinen Schreibtisch, geschweige denn so etwas wie ein Büro. Stellte sich also erst einmal die Frage, wo der Auswanderluchs überhaupt ein Stativ und eine Kamera hinstellt und einen vernünftigen Videowinkel findet…?
Übrig blieb nach einer kurzen erfolglosen Suche nur das Esszimmer. Schliesslich stand dort der damals einzige Tisch in der ganzen Wohnung. Es hing kein Bild, es gab (und gibt!) keine Vorhänge, es fand sich einfach überhaupt keine gelungene Ecke, worauf man eine Kamera richten wollte; überall nur weisse Wände (zu langweilig) oder Panoramafenster (zu hell). Das einzige potenzielle innenarchitektonische Highlight war eine (nicht gerade schicke) Kommode mit einem Strauss Lilien. Gegen ein solches Hintergrundbild verwehrte sich der Auswanderluchs aber vehement („zu feminin!”). Blieb also übrig: Die Küche als Kulisse. Klappe, die erste!
Es sollte sich herausstellen, dass wir nach diesen ersten technischen Schwierigkeiten noch ein paar weitere Herausforderungen zu meistern und einige Abende durchzuarbeiten hatten, bis der Blog termingerecht stand, lektoriert und verlinkt war und die ersten Videos im Kasten waren. Und dann ging es los.
Was seither geschah
Auswanderluchs: Angefangen habe ich mit je einem Video und einem Blogbeitrag pro Woche. Neben dem Job und der Familie war das ganz schön stressig, aber es lohnte sich: Das Wachstum meines Blogs und insbesondere des YouTube Kanals haben die Erwartungen mehr als übertroffen. Mit den Einnahmen haperte es zwar noch. Nichtsdestotrotz, ein Jahr nach dem Launch von Auswanderluchs entschied ich mich – natürlich mit Einverständnis von Tensha – meinen Job in der Pharmaindustrie zu kündigen, um mich voll auf meine Tätigkeit als Blogger zu konzentrieren.
„Ich kündige dann mal meinen Job…“
Tensha: Ganz so war es natürlich nicht. Aber ein bisschen überrascht war ich dann doch, wie schnell dieser Kündigungsentscheid im Raum stand und umgesetzt wurde. Ganz bestimmt war auch ich reif dafür. Wenn Christian schreibt, es sei „ganz schön stressig” gewesen, dann kann ich dazu nur sagen, es war ganz schön viel schlimmer als einfach nur ganz schön stressig. So ein Blog, so ein YouTube Kanal generieren sich nicht von alleine.
Normalerweise ist man ja mit Job und Familie auch bereits ausgelastet genug. Und wenn ich heute zurückblicke, wenn wir beide heute zurückblicken, dann wissen wir nicht mehr, wie wir das damals alles unter einen Hut gebracht haben. Denn: Aus dem einen Video pro Woche wurden ja dann zwei und auch sonst wurde irgendwie alles immer mehr… Es kam Instagram hinzu, es gab Anfragen, es folgten Kommentare, es entstanden Kooperationen – es sollte dem Auswanderluchs (und auch mir) nicht langweilig werden.

Wäre das Leben in einem anderen Land nicht auch für mich immer mal wieder ein Thema gewesen, würde ich nicht selber Freude haben am Diskutieren, Politisieren, Schreiben, Lektorieren, Streiten, Recherchieren, Philosophieren und an allem, was sonst noch zur Arbeit eines Auswanderluchses gehört, wäre es wohl schwierig, eine solche 24/7-Arbeit des Partners zu verstehen und mitzutragen.
Man muss diese neuen Kinder, die zur Familie gestossen sind, nämlich den Blog, den YouTube Kanal, den Instagram Kanal, die Arbeitspartner und die Community mitlieben, sich auch mal nach einem zehnstündigen Arbeitstag noch zu einer spontanen Podcast-Aufnahme hinreissen lassen und das Ganze mit(er)leben. Glücklicherweise fällt mir das noch nicht einmal so schwer. Der Auswanderluchs ist eine grosse Bereicherung für uns – nicht immer nur einfach und ab und zu mit Potenzial für Streit, aber hätten wir das nicht, würden wir, so ehrlich dürfen wir ja sein, sicherlich anderweitige „strittige Themen” finden… 😉
Einfach nur dankbar!
Auswanderluchs: Dafür, dass ich diese Möglichkeit gehabt habe, so einen Auswanderer Blog zu starten, bin ich einfach nur dankbar. Noch vor wenigen Jahren hätte ich mir so etwas niemals vorstellen können – weder, dass ich einer solchen Arbeit nachgehe, noch dass ich mich so exponiere oder eben gar meinen Job und damit die finanzielle Sicherheit aufgeben würde. Deshalb an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die mich in dieser Sache unterstützen!
Zum Abschluss noch ein paar Impressionen aus dem laufenden Jahr:




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