Ausflug zum Titlis 🤩🏔

Der Titlis ist einer der 3‘000er Berge der Schweiz. Im Winter lockt er Skifahrer/innen und im Sommer Wanderer an – darunter auch zahlreiche Touristen – insbesondere aus Asien. Da zurzeit wegen den Corona-Restriktionen beim Reiseverkehr die normalerweise zahlreichen ausländischen Touristinnen und Touristen ausbleiben, haben wir die Gelegenheit beim Schopf gepackt und uns recht spontan auf den Weg auf den Titlis gemacht. Ein Ausflug, der übrigens selbst für Tensha ein Novum war!
Mit drei Bergbahnen hinauf zum Titlis
Von Engelberg aus ging es mit drei Bergbahnen „obsi” (herauf). Nach der ersten Bergbahn waren wir in Trübsee. Von dort ging es mit der zweiten Bergbahn hinauf nach Stand. In Stand wechselten wir dann zum letzten Mal die Bahn und es ging endlich auf den Gipfel des Titlis. Die zwei ersten Bahnen sind Luftseilbahnen mit geschlossenen Gondeln für jeweils acht Personen. Die letzte Bahn auf den Gipfel (TITLIS Rotair; erste drehbare Luftseilbahn der Welt!) ist eine grosse Gondel, die sich sogar um die eigene Achse dreht, so dass allen Passagieren ein Rundumblick gewährt wird.
Erwachsene zahlen für die Hin- und Rückfahrt auf den Gipfel insgesamt 96.- Schweizer Franken. Glücklicherweise haben Tensha und ich ein Halbtax. Somit mussten wir nur die Hälfte zahlen. Der Gremlin durfte gratis mitfahren.

3000er mit atemberaubender Aussicht
Oben angekommen konnten wir dank strahlendem Sonnenschein die Aussicht geniessen. Die Temperaturen waren trotz der Höhe angenehm. Im Tal unten war es natürlich noch viel wärmer – ein T-Shirt hat dort gereicht. Auf dem Gipfel musste dann das Mammutjäckchen angezogen werden. Die von Tensha prophezeite Eiseskälte blieb aus. Unsere Daunenjacken konnten im Rucksack bleiben. 😀
(Anmerkung der lektorierenden Tensha: Jaja, scho guet, aber der Deutsche wäre bekanntlich in kurzen Hosen und ohne „Mammutjäckchen” im ewigen Eis auf 3000 m ü. M. angekommen, wenn die Schweizerin ihn kurz vor dem Losfahren nicht an die kühleren Temperaturen in der Höhe erinnert hätte… ;))


Lecker essen im Panoramarestaurant
So eine Reise macht natürlich hungrig. Wie immer in der Schweiz war für das leibliche Wohl bestens gesorgt. Zwei Panoramarestaurants – eines bedient, das andere mit Selbstbedienung – sowie ein Imbiss stehen auf dem Gipfel des Titlis zur Auswahl. Wir haben es uns in einem der zwei Panoramarestaurants gemütlich gemacht.

Die Bedienung war äusserst freundlich und das Essen ausgesprochen lecker. Kurz war ich verwundert, dass ich kein gezapftes Bier erhielt, aber der ungarische Kellner klärte uns auf: In dieser Höhe ist der Druck für gezapftes Bier zu gering! Also gab es ein Bierchen aus der Flasche und einen kleinen Schwindel dazu. Die Höhe macht so einiges mit einem. Tensha lachte nur und wies auf ihre Theorie hin, dass man je weiter vom Meeresspiegel entfernt umso schneller „höch hed” („hoch hat” d.h. beschwipst ist).

Gletschergrotte
Nun fragt sich der geneigte Leser, die interessierte Leserin vielleicht: Man ist oben, tja, und dann? Auf der Spitze gibt es aber meist noch einiges zu tun und zu sehen, so auch auf dem Titlis. Um das Gletscherfeeling auch noch ganz sicher ganz richtig zu kriegen, ging es nach dem Zmittagsschmaus (Mittagesssen) als erstes direkt in die Gletschergrotte hinein, wo man sich zehn Meter tief unter der Gletscheroberfläche in über 5000-jährigem Eis befindet. Es war spektakulär und blau und schön und nicht mal so kalt. Auch der Gremlin war begeistert.
TITLIS Cliff Walk
Nach der Gletschergrotte wagten wir uns auf den „Cliff Walk”, eine Hängebrücke hoch oben auf dem Gipfel. Wir liessen ein bisschen die Brücke wackeln, schossen ein paar Fotos und genossen die Aussicht. Auf dem Weg durch den Schnee ging es schliesslich zurück zur Bahnstation und wieder hinunter zur Station Trübsee.

Trübsee
Bei der Station Trübsee lockt ein See, der – da ja vom Gletscherbach gespeist – alles andere als trüb ist, auf eine einstündige Wanderung. Allerdings gibt es unmittelbar zu Beginn der einstündigen Wanderroute um den See einen Spielplatz, der einem Kinderparadies mit den unglaublichsten Spielgeräten für die Kleinen und gemütlichen Grillplätzen für die Grossen gleichkommt.
Nach ein bisschen Verweilen dort wollten wir den Weg in Angriff nehmen, schafften es allerdings schliesslich nur bis zur Schaukel bei der nächsten Bergbeiz (Bergrestaurant). Nachdem der Gremlin offenbar nicht gewillt ist, eine Stunde um einen See herum zu marschieren, gehen wir dann das nächste Mal vielleicht doch mit einem Gefährt dahin; kinderwagentauglich wäre jedenfalls der ganze Weg. So aber schlief Gremlin bei Tensha in der Trage ein und es wurde somit das Ende des Ausfluges eingeläutet; wir spazierten zurück zur Bahnstation und fuhren von dort wieder nach Engelberg…

Rückfahrt
…und schliesslich in einen schrecklichen Stau. Tensha meinte noch, „du, da staht mer immer vor Lozärn in Richtig Züri” und ich dachte noch, jaja, die Schweizer, wenn die ein bisschen stop and go haben, regen die sich ja schnell mal auf… Tatsächlich aber war es einer der schlimmsten Staus, den ich je erlebt habe. Hätten wir nicht noch einmal einen Abendessenstopp eingelegt, hätten wir laut Google Maps mindestens drei Stunden von Engelberg nach Wallisellen gehabt (normalerweise ein Weg von 1,5 Stunden.
PS: Was das Gute ist am Stau auf den Autobahnen um Luzern herum? Man läuft nicht Gefahr, in eine der zahlreichen Radarfallen dort zu tappen! 😉
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