Arbeitszeit und Urlaub in der Schweiz 🇨🇭🕰

Die Löhne in der Schweiz sind beträchtlich höher als Deutschland. In diesem Zusammenhang gibt es jedoch einiges zu beachten, denn beispielsweise ist die Arbeitszeit in der Schweiz tendenziell höher und der Urlaubsanspruch tendenziell niedriger.
Das kann natürlich den hohen Lohn in der Schweiz wieder relativieren. Wie die Arbeitsbedingungen in der Schweiz genau aussehen und meine Hinweise für eine erfolgreiche Lohnverhandlung in der Schweiz liest du in diesem Blogbeitrag.
Medianlohn in der Schweiz und in Deutschland
Bei der letzten Lohnstrukturerhebung von 2020 wurde in der Schweiz ein Bruttomedianlohn von 6’665 Franken monatlich festgestellt. Zum Vergleich: In Deutschland lag 2020 der Bruttomedianlohn bei 3’427 €. Wie auch in Deutschland gibt es in der Schweiz starke regionale Unterschiede, was den Lohn angeht. So beträgt der Medianlohn in Zürich 8‘000 Franken. Auch je nach Branche werden sehr unterschiedliche Löhne bezahlt. Die IT-, Pharma- und die Finanzbranche beispielsweise zahlen gut. Der Detailhandel und das Gastgewerbe liegen am unteren Ende der Branchen, was die Höhe des Medianlohn angeht.

Hoher Lohn in der Schweiz
Beim erstmaligen Betrachten dieser Zahlen habe ich gestaunt So gross habe ich die Unterschiede bei den Löhnen zwischen Deutschland und der Schweiz nicht erwartet. Ich habe zwar immer schon gewusst, dass das Leben in der Schweiz teurer ist und dass man hier schon alleine aus diesem Grund einen höheren Lohn haben muss, aber dass es sich fast um das Doppelte handeln würde, hätte ich nicht gedacht.
Wichtige Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz
Krankenkasse in der Schweiz
Der deutsche Arbeitgeber beteiligt sich mit der Hälfte des Beitrags zur (gesetzlichen) Krankenversicherung. In der Schweiz ist das nicht so. Hier zahlt man seinen Krankenkassenbeitrag und den jedes Familienmitgliedes vom Nettolohn. So wie jede andere private Versicherung.
Pensionskasse in der Schweiz
Schweizer Arbeitgeber zahlen mindestens die Hälfte des Beitrags zur Pensionskasse. Damit ist die zweite Säule der Schweizer Altersversorgung gemeint. In Deutschland gibt es so eine kapitalgebunden Altersversorgung, definiert durch den Gesetzgeber, nicht. Die in Deutschland damit vergleichbaren Betriebsrenten sind freiwillige Arbeitgeberleistungen und leider immer seltener.
Höhere Arbeitszeit in der Schweiz
In der Schweiz arbeiten viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 42 Stunden pro Woche. Die durchschnittliche Arbeitszeit beträgt 41,7 Stunden. In Deutschland beträgt die durchschnittliche Arbeitszeit hingegen 41,0 Stunden. Es gibt allerdings auch Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland, die nur 37,5 oder 35 Stunden pro Woche arbeiten müssen (z.B. in der Chemie- und Pharmaindustrie bzw. Metall- und Elektroindustrie). Ich hatte in Deutschland eine 37,5-Stunden-Woche. In der Schweiz lag ich vor meiner Selbstständigkeit bei 40 Stunden pro Woche.
Wieviel Urlaub gibt es in der Schweiz?
Gesetzlich stehen jedem Arbeitnehmer mit einer Vollzeitstelle in der Schweiz vier Wochen Ferien pro Jahr zu. Bis zum vollendeten 20. Lebensjahr beträgt der gesetzliche Anspruch fünf Wochen. Du wunderst dich vielleicht über den Begriff Ferien. In der Schweiz wird für den Erholungsurlaub der Begriff „Ferien“ verwendet. Durchschnittlich liegt der Ferienanspruch bei fünf Wochen pro Jahr. Oft gibt es für ältere Arbeitnehmer einen höheren Ferienanspruch. Dies ist über Arbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsverträge geregelt.
Feiertage in der Schweiz
Feiertage müssen natürlich ebenfalls mit eingepreist werden. Wie in Deutschland, so unterscheiden sich auch in der Schweiz die Feiertage regional bzw. kantonal. Sogar von Gemeinde zu Gemeinde kann es Unterschiede geben. Tendenziell hat man in den katholischen Kantonen mehr Feiertage als in den protestantischen. Insgesamt betrachtet hat man in der Schweiz aber weniger Feiertage als in Deutschland.
Schichtzulagen in der Schweiz
Interessant für Schichtarbeiter ist die Tatsache, dass in der Schweiz die Schichtzulagen wie ganz normaler Lohn behandelt werden. Einkommensteuerbefreiung oder Sozialabgabenbefreiung wie in Deutschland gibt es in der Schweiz auf Schichtzulagen nicht.
Resümee
Für eine erfolgreiche Lohnverhandlung in der Schweiz ist das Bewusstsein für diese Unterschiede sehr wichtig. Nur so kann man seinen fairen Lohn für die Schweiz richtig berechnen. Natürlich gehören auch die Lebenshaltungskosten dazu, welche ebenfalls berücksichtigt werden müssen. Wer sich gut vorbereitet, sich der tatsächlichen Kosten hier bewusst ist und sodann noch klug verhandelt, wird in der Regel seinen Lebensstandard verbessern.
Aktualisiert am: 22.01.2024
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